Frau Schöbitz gibt ein Webinar

Mut zum Webinar – 6 + 1 Schritte zum Erfolg

Frau Schöbitz gibt ein Webinar

Dein Bild. Auf Deinem Bildschirm.
Und auch auf vielen anderen. In einem Webinar???

Das erscheint Dir im Moment noch ganz fremd. Dir fehlt der Mut, Dich so zu zeigen? Du bist Webinar-Einsteiger - und willst wissen, was es braucht, damit Du vor der Kamera gut rüberkommst? Wie Du den richtigen Zugang zu Deinem Webinar-Einstieg findest? Dann findest Du hier die Essenz meiner Erfahrungen. Aus inzwischen fast zehn Jahren im Webinar-Geschäft.

1 | Webinar-Einsteiger: Bild 

Um ein gutes Webinar zu kreieren, brauchst Du zu allererst eine gute Webcam. Keine Bange, das ist keine riesengroße Investition, sondern eine durchaus bezahlbare Anschaffung. Ich verwende die Logitech C920 für etwa 60 €. 

Warum ich genau diese Kamera empfehle? Weil sie - mit der mitgelieferten Software - leicht zu bedienen ist. Weil sie sowohl gutes Bild, als auch guten Ton aufnimmt. Beides brauchst Du für Dein Webinar.

Ich habe Dir zu den verschiedenen Aufnahmewinkeln hier mal mein Freebie für  Webinar-Einsteiger: Kameraeinstellungen verlinkt.


Jetzt wirfst Du ein: Aber mein Rechner hat doch eine eingebaute Kamera! Stimmt. Doch die kannst Du in der Höhe ihrer Befestigung  - Stichwort Augenhöhe - nur schwer variieren. Zudem sind Bild und Tonqualität nahezu immer deutlich schlechter, als die einer externen Webcam. Weil die Hersteller hier an der Qualität sparen können.

Sobald Du sie - zur Erreichung der erwünschten Augenhöhe - auf Bücher oder einen Karton stellst, scheint Dir ungünstig das bläuliche Licht des Bildschirms ins Gesicht. Das lässt Dich ziemlich müde aussehen.

Zielgruppe ins Visier nehmen

2 | Webinar-Einsteiger: Ton

Bei einem Webinar ist der Ton nicht ganz so von Bedeutung, wie bei einem Podcast - denn da hat der Hörer ja NUR den Ton. Dennoch kannst Du mit einem professionellen Mikro natürlich mehr rausholen, wenn Du das möchtest. Für den Start als Webinar-Einsteiger reicht aber wirklich erstmal die Lösung der oben von mir empfohlenen externen Webcam!

Bei den Mikrophonen stelle ich Dir kurz drei Varianten vor - mehr Info findest Du, wenn Du diesem LINK folgst:

1. Samson Meteor (rund 45 €)
Standmikro für den Platz vor Dir auf dem Schreibtisch. Braucht einen Raum, der nicht zu sehr hallt - da kannst Du Dir mit einem aufgestellten Pappkarton und ein paar Kissen oder Decken gut helfen. Oder mit Noppenschaumstoff aus dem Internet, den Du hinter dem Mikro aufstellen und den Ton so "einfangen" kannst.

2. Rode Podcaster (rund 220 €)
Das fällt schon unter die Kategorie semiprofessioneller Mikros. Ich nehme damit viele meiner Podcast-Episoden auf. Weil da eben NUR der Ton zählt und mir ein guter Ton auch selbst wichtig ist. 

3. Rode Smartlav (rund 65 €)
Mein Favorit unter den Externen. Denn dieses Lavalier- oder Krawattenmikrophon klemmst Du Dir einfach ans Revers und kannst Dich damit sogar bewegen. Es gibt sogar Verlängerungen und diverse Adapterstecker ( am PC und am Smartphone braucht es unterschiedliche Steckerbelegungen).

Letzte Woche habe ich verschiedene Mikrophone und Kameraversionen getestet und dazu ein Video Mikrophontest gedreht.

3 | Webinar-Einsteiger: Licht

Um gute Videoqualität zu bekommen, brauchst Du als Webinar-Einsteiger vor allem eines - neben Bild und Ton an sich: LICHT. Viel helles Licht. Ja, in Dein Gesicht. Du hast es ja schon oben auf dem verlinkten .pdf zum Thema Kameraeinstellungen gesehen: Licht macht Dich richtig sichtbar.

Ich habe zu Beginn einfach eine simple Schreibtischlampe genommen. Ich habe sie mir so aufs Gesicht ausgerichtet, dass es gut ausgeleuchtet war. Das reicht für Dein erstes Webinar vollkommen aus. Experimentiere einfach vorher schon mal fröhlich rum, welches "Setting" am besten wirkt. Frage auch ein paar Leute, welche Variante sie mögen.

Zwei Möglichkeiten für NOCH besseres Licht:
a) Für Nicht-Brillenträger ein Ringlicht, welches von vorne um die Kamera herum leuchtet.
b) Für die Menschen mit Brille braucht es - um professionell zu wirken - zumeist drei Leuchten: Einmal von rechts und links, schräg von oben aufs Gesicht. Und eine von oben oder der Seite hinter Dir, um  Schlagschatten zu vermeiden. Ich nutze beispielsweise professionelle Fotoleuchten mit Softschirm.

Hier findest Du meine Bezugsquellen zu allerlei Ausrüstung und Material.

Smartphone leise stellen

4 | Webinar-Einsteiger: Klare Regeln 

Ein Webinar ist etwas anderes, als ein Präsenzseminar. Deine Teilnehmer sitzen ganz woanders. Du hast keine Ahnung, was gerade um sie herum stattfindet. Oder auf welcher Art Endgerät sie dabei sind. Wie ist das W-Lan? Sitzt die Katze auf dem Schoß? Toben Kinder herum? Hat derjenige Kopfhörer auf oder schlechten Ton, weil er nur die Bildschirm-Lautsprecher nutzen kann? Kurzum: Du hast keine Ahnung vom Setting Deiner Gäste.

Daher ein paar Tipps zum Start, die Du Deinen Teilnehmern vorab in einer eMail oder der Ausschreibung Deines Webinars mitteilen kannst:

1. Schaffe Dir eine möglichst ruhige Umgebung ohne Ablenkung.
2. Schließe alles, was Deine Internet-Bandbreite einschränken könnte: Facebook, eMail, Google, Amazon, Twitter & Co.
3. Halte Dir etwas zu trinken bereit.
4. Stelle Dein Telefon auf "leise".
5. Sei fünf Minuten VOR Webinarbeginn bereits auf der Plattform - damit Du Bild und Ton in Ruhe testen kannst.
6. Fragen beantworte ich kompakt am Ende des Webinars - also bitte notieren und später dann via Chat stellen (das ist die leichtere Variante für Einsteiger, damit Du Dich erstmal NUR auf Dein Webinar konzentrieren kannst. Später kannst Du das anders machen...).
7. Wir machen zu Beginn einen kurzen Check, ob alle sehen und hören können. Sollte das bei Dir nicht sofort klappen, probiere es  mal mit einem anderen Browser (Google Chrome, Internet-Explorer, Firefox, Modzilla u.a.). 8. Stelle sicher, dass Dein Browser auf einem aktuellen Stand ist.
9. Schreibe mit, was für Dich interessant ist - dann merkst Du Dir die Dinge besser, als wenn Du nachher einfach meinen Foliensatz runterlädst...und in der Regel eh nie wieder reinschaust 😉
10. Ein Headset (professioneller oder einfach die Kopfhörer vom Smartphone verwenden...) ermöglicht Dir einen ablenkungsfreieren Webinargenuss.


Du hast es vermutlich schon gemerkt: Ein großer Teil dieser Regeln gelten auch für Dich selbst. Browser aktuell halten, alle anderen "Ablenkerli" - die die Internetbandbreite mindern - abstellen, Wasser parat stehen haben (idealerweise auf einem "leisen" Untergrund), Telefon abstellen, Kinder und Katze aussperren ... und eine Uhr bereithalten, die Dir ein gutes Zeitmanagement ermöglicht.

Zauberhuhn

5 | Webinar-Einsteiger: Präsentation

Finde einen knackigen Titel, der genau den "Kittelbrennfaktor" Deiner gewünschten Teilnehmer anspricht.  Beschreibe in Deinem Text auf attraktive Weise den zu erwartenden Erkenntnisgewinn oder die Lösung, die Du den Webinar-Gästen präsentieren wirst.

Bewirb´ Dein Webinar so früh, wie möglich. Und deutlich häufiger, als Du es für angemessen hältst. Die Algorithmen von Facebook & Co. zeigen es nämlich viel seltener an, als wir meinen. Und bis Du mit Deinem Angebot wirklich nervst, dauert es viel länger, als wir glauben.

In einem Webinar muss auf dem Bildschirm mehr passieren, als in einem Live-Webinar. Weil der Teilnehmer ja nur Bild und Ton als Sinneskanäle zur Verfügung hat. Also darf deine Folienpräsentation gerne ein paar MEHR Folien haben, als Du live verwenden würdest. Und dennoch gilt auch da: Weniger ist mehr.

Klingt erstmal paradox. Ist es aber nicht.  

Denn wenn Du mehr Folien einsetzt, dann spreche ich von Bildern oder Grafiken. Inhalten, die Dein Thema und das Gesagte stützen. Nicht von mehr Text!

Und wenn ich "weniger" sage, dann meine ich Deine inhaltliche Planung. Wir neigen zu der Panik, am Ende zu wenig Stoff vorbereitet zu haben. Und dann vor der Zeit fertig zu werden. Das erscheint uns peinlich...

Doch das ist Quatsch. Die wenigsten Webinar-Trainer schaffen es, wirklich "just in time" fertig zu sein. Die meisten...überziehen. Weil wir eines vergessen: Unsere Teilnehmer. Die eben gerne eine Menge Anmerkungen und Fragen haben. 

Wenn Du ein Webinar von beispielsweise 45 Minuten planen willst, dann brauchst Du zu Beginn in der Regel 5 Minuten für den Technik-Check mit Deinen Teilnehmern. Dann kannst Du 30 Minuten "Content" (inklusive einem maximal 3-minütigen Werbeblock für eines deiner Angebote) einplanen. Und 10 Minuten für Anmerkungen und Fragen. Macht also "netto" rund 25 - 30 Minuten echten Inhalt. Das bedeutet, Du kannst 2 - 3 Themen ansprechen, die Deinem Roten Faden folgen. Diese Themen  lieber "tiefergehend" besprechen, als zu oberflächlich. Lieber nur einen oder zwei Impulse geben, die der Teilnehmer nachher auch für sich direkt konkret umsetzen kann.

Meine klare Bitte: Bloß nicht zu viel reinpacken.

Klasse ist es auch, wenn Du zwischendurch mal Deine Teilnehmer "aktivierst". indem Du während des Webinars eine Frage stellst, die die Teilnehmer im Chat kurz beantworten sollen. So sind sie immer wieder aktiv dabei und Du erfährst, wie Du inhaltlich weitermachen solltest. Du kannst natürlich auch zwischendrin mal fragen, ob jemand gerade eine Frage stellen möchte...

6 | Webinar-Einsteiger: Du - vor der Kamera

Mattierender Puder im Gesicht - auch als Mann - macht Dich sehr viel "ansehnlicher" und verdeckt  kleine Hautunreinheiten. Dazu gerne auch etwas Farbe (nach dem Winter sind wir alle doch eher noch blass).

  • Gehe idealerweise über kabelgebundenes Netz ins Internet. Dein W-Lan ist oft nicht stabil genug.
  • Mache vor dem Start ein paar Lockerungsübungen für Deinen Nacken (Kopf kreisen und neigen, Schultern heben und senken)
  • Wärme Deine Stimme an (summen, Lippen flattern lassen, singen)
  • Trinke einen ordentlichen Schluck Wasser (nimm´ Stilles, damit nicht später ein "Bäuerchen" kommt...)
  • Atme dreimal tief aus. So tief, wie irgend möglich. Noch tiefer. Wenn wir nervös sind, dann atmen wir "flach" und können so nicht unser volles Lungenvolumen nutzen. Das macht unsere Stimme kieksig und bringt uns in Atemnot
  • Setze Dein herzlichstes Lächeln auf, bevor die Kamera läuft
  • Freue Dich auf eine spannende Zeit mit Deinen Teilnehmern
  • Starte mit einer kurzen Story aus deinem Leben, die gerade zu Deinem Thema passt oder die heute passiert ist....einfach ganz locker. So, wie Du es einer Freundin oder einem Freund erzählen würdest
  • Verzichte auf eine lange Selbst-Vorstellung (wer mehr zu Dir wissen will, kann das nachlesen oder Dich fragen)
  • Behalte Dein Lächeln bei 😉
  • Schaue immer wieder ganz bewusst IN die Kameralinse - halte so Augenkontakt mit Deinen Zuhörern
  • Klebe Dir ein Bild einer lieben Person HINTER Deine Webcam - und stelle Dir vor, Du sprichst die ganze Zeit zu genau dieser Person. Das macht es Dir leichter, in die Kamera zu schauen und Deine Worte zu formulieren.
  • Mache bewusst Pausen. Pausen brauchen Deine Teilnehmer, um das von Dir Gesagte zu verarbeiten. Es entspannt sie und verankert Deine Inhalte. Pausen dürfen deutlich länger ausfallen, als sie Dir angenehm erscheinen.
  • Fasse am Ende Deine Kernbotschaften nochmal kurz zusammen
  • Eröffne die Fragerunde
  • Baue dann den kurzen Werbeblock für Dein konkretes Angebot ein - mit einer klaren Aufforderung.
  • Behalte die Zeit im Blick. Dein Webinar zu überziehen ist peinlicher, als etwas VOR der Zeit fertig zu sein. Denn dann klinken sich nach und nach TN aus, die noch andere Termine haben...
  • Biete an, Dich anzurufen oder anzumailen, wenn die TN noch etwas brauchen oder wissen wollen. Dazu eine entsprechende Folie mit Deinen Kontaktdaten ganz am Ende einblenden
  • Verabschiede Dich (lächeln!!!) und beende Dein Webinar.
  • Durchatmen 😉 ... Du hast es geschafft. Gratulation!!!
Emotionen im Netz

7 | Webinar-Einsteiger: Plattform-Auswahl

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Webinare zu veranstalten. Kostenfrei und in einer Basisversion geht das wunderbar mit Zoom. Doch es gibt eben auch richtig tolle Plattformen mit allerlei Vor- und Nachteilen.Meine Kollegin Birgit Schultz von Marketingzauber hat dazu einen umfangreichen Einblick und eine tolle Liste der von ihr getesteten Webinarsoftware veröffentlicht. Wenn Du das Thema Webinare für Dich erobern willst, dann kannst Du hier viel erfahren und Deine Auswahl vorbereiten.

Ich selbst habe bisher mit Clickmeet (wurde inzwischen aufgekauft) und Edudip gearbeitet. Inzwischen stelle ich auf Zoom um. Doch was für mich passt, kann für Dich auch gerade das Falsche sein.

8 | Webinar-Einsteiger: Fazit

Webinare sind kein Hexenwerk. Im ersten Schritt geht es vor allem darum, dass Du Dich rantraust und einfach mal machst. Wir haben alle mal angefangen und sind keineswegs als Meister vom Himmel gefallen. Wenn ich an meine Anfänge zurückdenke...gibt es viel zu lachen 😉 Und auch heute noch kenne ich Pleiten, Pech und Pannen. Da heißt es dann halt: Mut zur Lücke.

Gestehe Dir eine entspannende Portion #Imperfektion zu. Du bist auch nur ein Mensch. Deine Teilnehmer sind es auch. Sie sind viel nachsichtiger mit Dir, als Du glaubst. Ich habe so viel Hilfsbereitschaft seitens meiner Teilnehmer erlebt, wenn es Technik-Probleme gab oder ich inhaltlich einen Blackout hatte. Dann ist es souverän, das einfach auszusprechen. Und zu fragen, ob von den Teilnehmern jemand eine Idee hat.

Verzichte bei Deinem ersten Webinar darauf, Teilnehmer via Kamera oder Mikrophon "zuzuschalten" - das führt bei Dir nur zu vermeidbarer Verwirrung.

Hier gibt es zudem noch ein Video Webinare veranstalten für Webinar-Einsteiger, in dem Du zusätzliche Tipps und Tricks erfährst.

Der beste Tipp von allen:
Einfach mal vorher mit ein paar Freunden/ Buddies/ Masterminds üben. Denn jeder Durchgang macht Dich ein Stückchen sicherer. Ich lerne auch heute noch jedes Mal etwas dazu.



Mentorin für bemerkenswerten Auftritte mit Mikrofon, Marker und Deinem individuellen #WOW-Faktor.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Liebe Vera – es freut mich sehr, wenn mein Blogpost Dir wertvolle Tipps und eine Portion MUT mit auf den Weg gegeben hat. Ich würde mich total freuen, wenn ich Dich irgendwann in Webinar oder Video sehen dürfte. Du schaffst das – es ist ganz sicher kein Hexenwerk! Herzlichst Bettina

Schreibe einen Kommentar