Was machen die am EuGH eigentlich beruflich?

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Am Montag war es soweit: Der EuGH hat wieder eine neue Entscheidung getroffen, die uns als Unternehmer massiv betrifft - es geht um den Schutz der Verbraucher. Konkret: um den "Like"-Button auf Websites und das Thema Cookie-Opt-In. Internet-Rechts-Profi Dr.  Thomas Schwenke hat dazu direkt einen saftigen Blogpost rausgehauen. 

Cookies = böses Zeug!

Als ich letztes Jahr im April meine DSGVO-Kreuzfahrt als praxisorientierten Onlinekurs zur Umsetzung der Anforderungen veröffentlichte, waren Cookies zwar ein Thema, doch zu dem Zeitpunkt ein entsprechender Warnhinweis samt Auswahl- und Abwahlmöglichkeit NOCH nicht verpflichtend. 

Dennoch habe auch ich damals in vorauseilendem Gehorsam (meine Güte, was hatten wir alle Panik vor existenzgefährdenden Abmahnungen...!) ein rechtlich angeblich einwandfreies Cookie-PlugIn in meine Websites eingebaut. So, wie viele andere auch...


Der Wegklick-Reflex...

Seitdem findet sich auf vielen Websites einer dieser putzigen Cookie-Hinweise.  Und was machen wir alle damit?

Ehrlich: Wir verfluchen sie. Und ... klicken sie weg.

Weil sie einfach nur nerven. Ich persönlich glaube ja, außer Rechtsanwälten liest sich kein Mensch diesen Datenschutzkram wirklich durch!

... und wieder "schützt" der EuGH...

Nun kam der 29.07.2019 - und wieder ein Urteil aus Brüssel. Von Menschen, die offensichtlich sehr bequem an grünen Tischen sitzen. Wohlgeschützt vor der Praxis als Unternehmer... 

Und jetzt - ist alles anders. Jede Business-Website muss rechtskonforme Cookie-Hinweise liefern. Wir dürfen das Nutzerverhalten unserer Websitebesucher nur noch eingeschränkter "tracken" - dabei liefert es uns doch wertvolle Hinweise, was genau die Menschen sich von uns wünschen oder was sie bei uns suchen. Was für sie interessant ist und was sie komplett unspannend finden. Gerade wir Solounternehmer sind darauf angewiesen, gute Daten zu haben, um unser Business zielgerichtet und zum Nutzen des Kunden voran zu treiben.

Urteile des EuGH schaffen Vollbeschäftigung

Ich bin soooo müde, dass wir Solounternehmer uns bald nur noch mit der Erfüllung rechtlicher Pflichten beschäftigen sollen - und in der Zeit kein Geld verdienen können. Ich habe letztes Jahr gut zwei Monate Arbeits- und Lebenszeit in die DSGVO "investiert" (= verloren).

Wofür?

1. Um rauszufinden, WAS genau zu tun ist und was als rechtssicher gilt. 
2. Um danach zu ermitteln, WIE genau das umsetzbar ist und mit meinen technischen Möglichkeiten kompatibel bleibt.
3. Um das dann korrekt umzusetzen - und die notwendigen AV-Verträge einzuholen.
4. Um auch heute noch jedem meiner Kunden und Teilnehmer eine umfangreiche Einwilligungserklärung zum Datenschutz vorzulegen
5. Alles das will seitdem immer wieder angepasst und auf neuen Stand gebracht werden - es bleibt also eine Dauer-Aufgabe!

(Solo)Unternehmer in Deutschland = Vollhonk

Zum Dank dafür sollen wir nun aber endlich mal (diskutiert wird es ja schon seit Jahren!) eine Pflicht-Rentenversicherung auferlegt bekommen, die wir jeden Monat in ein ohnehin schon mausetotes Rentensystem zahlen sollen. Wir sind ja so dumm (oder unendlich gerissen), dass wir darüber nicht selber nachdenken. Oder das System zu unserem Vorteil schamlos ausnutzen.

HÄÄÄÄ???? Gehts noch???

Ja, viele von uns haben wohl KEINE private Rentenversicherung und auch nur minimale Ansprüche aus der Vergangenheit an das gesetzliche System. Doch warum? Wohl nur in seltenen Fällen, weil wir einfach so unglaublich pfiffig sind und das System betrügen, um die paar lumpigen Euro zu sparen, die diese ... nunja, schäbige ... Rentenversicherung kostet.

Bei den meisten ist wohl eher der Grund, dass sie schlicht das Geld dafür nicht einnehmen, welches diese Versicherung kostet. Sie KÖNNTEN diese Pflichtversicherung nicht zahlen. Das bedeutet - zu Ende gedacht, dass ganz viele Klein- und Solounternehmer in dem Moment einer Rentenpflicht ihr Business, von dem sie bisher mehr schlecht als recht gelebt haben, aufgeben müssten.

Und dann? Fallen viele von ihnen in Hartz IV. Und anschließend in die Altersarmut. Wo genau liegt da der Gewinn für die Solidargemeinschaft???

Scheinberg


Ermutigung zur Selbstverantwortung

Dazu kommen jede Menge Regelungen aus der EU, die von Menschen erdacht werden, die von den Dingen, über die sie urteilen, so viel Ahnung haben, wie eine Kuh vom Sonntag und die die so genannten Verbraucher schützen sollen vor Gefahren, die der gesunde Menschenverstand durchaus auch mal wieder regeln könnte.

Gibt es wirklich noch Menschen, die sich bei Facebook und Co anmelden und die wirklich KEINE Ahnung haben, dass das weit mehr ist, als ein nett-bunter Spielplatz? Dass es ein supermächtiges Instrument einiger Weniger ist, um uns zu erkunden und die gewonnenen Ergebnisse zum eigenen Vorteil zu nutzen? Dass es am Ende wieder mal nur ums Geld geht? Denn DATEN sind das neue Gold.

Gibt es wirklich noch Menschen, die glauben, Ihre Daten seien in diesem Internet sicher?

Dann bin ich jetzt mal deutlich:
Wer SO blöd ist, der muss dann mal auf die eigene Nase fallen. OHNE sich dann auf andere berufen zu können, die ihn ja hätten davor schützen müssen. 

Verdammt: Statt neuer Gesetze und Regelungen fordere ich, dass wir Menschen wieder in die Selbstverantwortung entlassen. Statt jeden staatlich anerkannten Dorfdeppen liebevoll in Watte zu packen.

Menschen sollen sich verdammt nochmal informieren, bewusst entscheiden und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen selber tragen.
Wir schaffen mit den ganzen Gesetzen und Schutzmaßnahmen eine erlahmende Gesellschaft von sehr gemütlichen Menschen in der Opferhaltung, die sich bequem zurücklehnen, weil ja andere für sie denken müssen. Die gerade für Solo-, Klein- und Kleinstunternehmen sehr schnell existenzgefährdend sind. Denn sie müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllen, wie die Großen. Nur mit minimaler Manpower und viel persönlichem Einsatz.

Sie werden immer wieder wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf getrieben. Von EuGH und deutscher Politik, die vermutlich die "Großen" damit erreichen wollen, die sich geschickt allen diesen Regelungen zu entziehen wissen. Und die uns, den Kleinen, das Leben langsam zur Hölle machen. Bei denen ich mich wirklich manchmal frage: Was genau machen die eigentlich beruflich? Was genau haben die mal gelernt?

Rennendes Schwein

Merkt Ihr was?
Da geht was nicht mehr auf in der Gleichung!

Ehrlich: Gerade habe ich das Unternehmer-Sein in diesem Land mal wieder mal richtig, richtig satt. Ich bin einfach nur noch müde, diesen immer wieder neuen (vor allem technisch basierten) Anforderungen hinterherzuhecheln, anstatt mein Business zu machen. Das zu tun, womit ich meine Steuern bezahle. Das zu tun, was ich von Herzen gerne und für meine wirklich wundervollen Kunden tue. Denn eigentlich mache ich den Unternehmer-Job für diese Menschen. Und klar, auch für meinen Lebensunterhalt. Doch der kommt inzwischen wirklich erst an zweiter Stelle. Es steckt eben auch viel Herzblut im TUN.

Nö .... stattdessen darf ich mich wieder tagelang mich technischen Finessen auseinander setzen, die - außer dem Programmierer - wahrscheinlich kaum mehr jemand versteht. Um Lösungen zu finden, die nicht auf den ersten Blick angreifbar sind. Und um Informationen zu verlieren, die für das Führen meines kleinen Unternehmens essentiell sind.

Oder ich bin Vollblut-Unternehmer und riskiere einfach mal fröhlich Kopf und Kragen - indem ich NICHTS davon umsetze.Damit bin ich abmahnbar und gefährde auf Sicht einfach meine Existenz. Was ein Glück, dass mein Mann auch Unternehmer ist und wir keine Familie zu versorgen haben!

Ich bin einfach nur noch müde...

Ich bin es einfach leid, ständig wieder Neues (vor allem in technischer Hinsicht) lernen zu müssen, was schon in wenigen Wochen wieder obsolet ist. Oder jemanden teuer für solche "Sperenzchen" bezahlen zu müssen.

Damit der bequeme Teil der Gesellschaft gemütlich geschützt wird. 

PS: Das Cookie-PlugIn auf meinen Websites ist wieder aktiv. Ihr dürft es einfach fröhlich wegklicken, weil ich alles mir mögliche tue, damit Eure Daten bei mir sicher sind...

Meine Mission ist, Menschen auf Bühnen und im Business zu einem begeisternden und authentischen Auftreten zu ermutigen. Mit dem #WOWFaktor - dem Plus an ehrlicher #Wertschätzung.

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