Panne, Pleite, Präsentation

Es gibt einfach Dinge, da möchten wir nur noch aufs Stille Örtchen rennen - sowohl als Redner, wie auch als Zuhörer. Klar, dass Du diese zu vermeiden suchst, wenn Du vor Publikum präsentierst. Ich verrate Dir heute drei der peinlichsten Parade-Patzer, die Du als Präsentator besser sein lässt...

1. Schlechte Vorbereitung

In einem tageslichtfreien Saal sitzen 150 Mitarbeiter eines Unternehmens - in Erwartung einer Produktpräsentation. Nach einer Begrüßung durch den Gastgeber stolpert ein Mensch auf die Bühne und fängt an, seinen Laptop mit dem Beamer zu verbinden. Er scheitert. Ein Stecker passt nicht. Schweiß tritt auf seine Stirn. Er bittet mit zitternder Stimme um mehr Licht im Saal, damit er den Adapter suchen kann...
Peinlich, oder? Und im Grunde eine echte Frechheit. Denn hier sitzen 150 Menschen und warten geschlagene fünf Minuten ihrer Lebenszeit auf einen Redner, der sein Handwerkszeug offensichtlich in keiner Weise im Griff hat.... 

Verzögerung - in Zahlen

Lass´ mich mal kurz rechnen: 150 Personen à 5 Minuten = 750 Minuten. Das sind 12,5 Stunden Arbeits- und Lebenszeit, die dieser Redner mit seiner Unfähigkeit in Anspruch nimmt. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von angenommenen 80 € sind das mal eben 1.000 € Verlust für den Arbeitgeber. Logisch, dass dieser von dem von ihm beauftragten Redner eine bessere Leistung erwartet, oder?

Notfallkoffer und Profi-Planung

Technik ist immer eine Komponente, die Du in Deiner Präsentations-Planung unbedingt berücksichtigen musst. Denn sie ist eine angriffslustige Fehlerquelle und vor allem: Wenn sie nicht wunschgemäß funktioniert, steigt Dein Stresslevel ins Unermessliche. Sei also optimal vorbereitet.

Das bedeutet, Du hast alle eventuellen Risiken vorher bedacht - und einen Notfallplan geschmiedet. Damit Dich eine solche Panne nicht aus der Ruhe bringt. Und Du hast als professioneller Redner einen Notfallkoffer dabei. Darin finden sich Dinge wie 

  • Pflaster (an Papier schneidest Du Dich leicht)
  • Verlängerungskabel
  • Mehrfachsteckdose
  • Batterien
  • Adapter
  • Ersatzkabel
  • Zusatz-Beamerlampe (wenn es Dein eigener ist)
  • Profi-Klebeband
  • Deine eigenen Marker
  • Ein Stick mit der Präsentation in mehreren Formaten (ohne und mit Animation, einmal als .pdf - das ist meist leichter abspielbar)
  • Sicherheitsnadeln
  • Nähzeug
  • Ersatzbrille
  • Lutschtabletten für die Stimme
  • Kopfschmerzpillen
  • Energieriegel (Anreise verzögert, Du kommst in letzter Minute - es bleibt keine Zeit für einen Snack...)
  • Eigene Wasserflasche und leise aufsetzender Becher 
  • Taschentücher (Naseputzen, etwas Aufwischen u.a.)
  • Feuchte Tücher

und alles, was Du sonst noch brauchen könntest. Sauber aufgeräumt in einem Köfferchen oder einer Tasche.

Doch auch in Sachen Vortrag kann es Pannen geben - ob Blackout oder schwierige Teilnehmer. Auch dafür darfst Du bestens vorbereitet an den Start gehen. Überlege Dir vorher, welche Fragen oder Bedenken aus dem Publikum zu erwarten sind. Habe dafür Antworten parat.

Kenne die Techniken, um Lampenfieber und Blackout (Link führt zur Podcast-Episode) in den Griff zu bekommen. Informiere Dich zum Umgang mit schwierigen Teilnehmern und übe die Techniken dafür mit Freunden oder in kleinerem Rahmen. Kenne Deine Inhalte und konzentriere Dich aufs Wesentliche bei Deinen Botschaften. 

Und vor allem: Habe Dein TIMING im Griff. Denn nichts ist schlimmer, als die vorgesehene Zeit locker zu überziehen. Deine Teilnehmer werden unruhig, denn sie wollen sich bewegen und haben Kaffeedurst - und alle nachfolgenden Programmpunkte verzögern sich. Das ist respektlos gegenüber dem Auftraggeber und den Teilnehmern. 

Wenn Du für Deinen Vortrag 30 Minuten Zeitfenster hast, verplane nur 25 Minuten. Das schafft souverän Raum für Zwischenfragen.

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2. Selbstbeweihräucherung

Unser Redner hat es endlich geschafft: Der Laptop verrichtet seine Arbeit und der Beamer zeigt das richtige Bild im passenden Format. Und schwupps stellt sich der Vortragende erwartungsvoll in die Bühnenmitte. Fröhlich mitten in den Lichtkegel des Beamers. Und beginnt mit seiner Selbstvorstellung. Wie er da hin gekommen ist, wo er heute ist. Welche Ausbildungen er hat und mit welchen Methoden er arbeitet. Wen er so alles kennt und wo er schon so alles auf den grossen Bühnen gestanden hat.

Furchtbar, oder?

Okay - wenn wir es bei anderen so furchtbar finden: Warum machen es dann so viele? Nun - erstens ist das ein "sicheres Terrain", wo ich meine Inhalte als Redner einfach bestens kenne. Und zweitens müssen die Teilnehmer ja wissen, warum ich gebucht wurde. Und dass ich es "drauf" habe.

Bullshit!

Ganz ehrlich: Wenn Du Dein Thema nicht drauf hättest, wärest Du wohl kaum gebucht worden. DAS beweist Du im Idealfall eh mit einer professionellen und inhaltsstarken Präsentation.

Und Deine Lebensgeschichte können die Menschen im Netz, Deinem Flyer oder sonstwo nachlesen, wenn sie sie interessiert. Also lass´diese "Vorstellung" zu Beginn bitte einfach sein. Sie wirkt oft eher erbärmlich.
Wenn es Dir wichtig erscheint: Setze sie - in maximal drei kurzen Sätzen - ganz ans Ende Deiner Präsentation. 

Doch ehrlich: Wenn Du mit Deiner Präsenz überzeugst, werden sich die Menschen spätestens nach dem Vortrag informieren, wer Du denn wohl bist. Vielleicht ist das ja sogar ein Einstieg in ein persönliches Gespräch?

3. Menschen langweilen

Den absoluten Todesstoß verpasst Du all Deiner Vorbereitung, wenn Du Deine Zuhörer langweilst. Das kannst Du - bei durchaus interessantem Inhalt - einfach nur mit Deiner Stimme tun. Wunderbar funktioniert auch das "betreute Vorlesen" der Beamer-Folien. Oder aber Du vermeidest, Neuigkeiten und spannende Inhalte zu präsentieren. Dann redest Du Deine Teilnehmer in kürzester Zeit in den Halbschlaf. 

Ein Zuwenig an Aktivität kann ebenso eine der Präsentations-Pannen sein, wie ein Zuviel. Die Animations-Funktion von PowerPoint, Prezi oder Keynote ist manchmal einfach zu verführerisch...

Doch Achtung...

Die Welt hat sich verändert. Wenn die Menschen während Deiner Worte ihre Smartphones zücken und zu tippen beginnen - dann KANN das ein Prädikat für Deine Präsentation sein. inzwischen ist es durchaus üblich, aus einem Vortrag spannende Impulse direkt via Twitter oder Facebook zu verbreiten. Um andere zu inspirieren oder sich selbst die Inhalte noch besser zu merken.  

Fazit

Als Redner oder Präsentator bist Du Dienstleister. Dein Job ist es, Deine Inhalte so ansprechend, merkWÜRDIG und spannend zu präsentieren, dass die Menschen Dir im Idealfall an den Lippen hängen. Dazu gehören gute Vorbereitung, souveräner Umgang mit Pannen, eine den Menschen zugewandte Haltung und der Mut, einen lästigen Zwischenrufer auch mal lässig auf das Pausengespräch zu vertagen.

Vor allem aber gehört dazu das eigene Mindset: Du bist zwar der, der auf der Bühne steht - doch deshalb bleibst Du in dem Moment dennoch ein Dienstleister. Der erst dann wirklich zu den "Großen" gehört, wenn er seinen Job wiederholt richtig gut macht. Indem er Menschen begeistert und die Botschaften gehirngerecht und emotional packend vermittelt. Statt sich Präsentations-Pannen zu leisten.


Meine Mission ist, Menschen auf Bühnen und im Business zu einem begeisternden und authentischen Auftreten zu ermutigen. Mit dem #WOWFaktor - dem Plus an ehrlicher #Wertschätzung.

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