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Analog schlägt digital – in Sachen Lernerfolg

Dein Gehirn liebt ... Stift und Papier!

Du denkst, analoges Schreiben und Zeichnen sei von gestern? Das Flipchart ist nur was für nostalgische Romantiker oder technikfeindliche Ewiggestrige? Haltet Euch fest – gleich wird's unbequem, liebe IT-Nerds:

Die Wissenschaft gibt dem guten alten Stift-und-Papier-Duo recht. Hier erfährst Du, warum Dein Gehirn analoge Werkzeuge liebt - und Lerninhalte auf analogem Weg viel besser im Hirn von Menschen verankert.

Finnland: Zurück zu Papier und Stift 

Finnland galt - spätestens seit Coronastart - als Vorreiter digitaler Bildung. Was haben wir die nordischen Nachbarn bewundert: Sie setzten stark auf den Einsatz von Tablets und Laptops im Unterricht. Doch nach inzwischen einigen Jahren der Digitalisierung bemerkten finnische Schulen einen spürbaren Rückgang der schulischen Leistungen und Konzentrationsfähigkeit der Schüler. 

Lehrer und Eltern stellten fest, dass die vollständige Digitalisierung negative Auswirkungen hatte: Schüler erledigten Aufgaben hastig, um anschließend Computerspiele zu spielen oder soziale Netzwerke zu nutzen. Als Reaktion darauf kehren immer mehr Schulen zurück zu traditionellen Papierlehrbüchern und Stift und Papier.

Schüler berichteten, dass es ihnen analog leichter falle, neue Informationen aufzunehmen und zu behalten. Diese Entscheidung unterstreicht die Bedeutung des händischen Schreibens und Lesens für effektives Lernen und zeigt, dass analoge Methoden auch in einer digitalen Welt unverzichtbar bleiben.

Gehirnjogging inklusive: Analoges Schreiben macht schlauer

Aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung belegen, dass das Schreiben mit der Hand gegenüber dem Tippen auf Tastaturen erhebliche Vorteile für das Lernen und die Gedächtnisbildung bietet. Studien zeigen, dass handschriftliches Notieren eine stärkere Vernetzung verschiedener Hirnregionen fördert, was für die Speicherung und Verarbeitung neuer Informationen entscheidend ist. Während Tastaturen das stumpfe Tippen ermöglichen, zwingt Dich der langsamere, analoge Prozess, Inhalte wirklich zu verarbeiten.

Mehr Hirn-Aktivität durch handschriftliche Notizen

Beim Schreiben per Hand aktivierst du weit mehr neuronale Netzwerke in Deinem Gehirn, als wenn Du Deine Finger auf der Tastatur tanzen lässt. Handschrift ist reflektierter und erfolgt bewusster. Statt Texte komplett mitzutippen, entscheidest Du bei handschriftlicher Aktivität schon beim Zuhören darüber, was genau Du notieren willst. Und auch, was direkt wegkann oder sowieso schon in Deinem Hirn verankert ist.

Dein Gehirn liebt diese komplexere Anregung, schätzt die langsamere Arbeitsweise und dankt sie Dir mit besserer kognitiver Leistung und einem nachhaltigeren Lernerfolg (Quelle: Deutsches Schulportal). Das Arbeiten mit Stift und Papier schafft eine fokussierte Lernumgebung, die es erleichtert, sich intensiv mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Für nachhaltigen Lernerfolg im Bildungskontext ist das Schreiben mit dem Stift auf analogem Papier ein echter Gamechanger.

Wenn wir - wie beispielsweise in Sketchnotes üblich - dann die geschriebenen Texte noch mit spontanen Visualisierungen ergänzen, nimmt eine Information quasi die direkte Datenautobahn in den Gehirn-Speicher. Ich verwende diese Technik supergerne für Projekte - denn so habe ich, auf nur einer Seite, alle relevanten Informationen vor meinem inneren Auge. Die Visualisierungen befeuern die gestützte Erinnerung, sodass mir der Kontext zu dem Visual direkt wieder einfällt.

Kreativität ohne Stromausfall

Sei ehrlich: Wie oft hattest du schon technische Probleme mitten in einem Meeting oder Workshop? Stift und Papier sind sofort einsatzbereit – garantiert ohne Akku-Probleme, Updates oder nervige Software-Abstürze (Quelle: Uni Halle). Der Stift ist schneller gewechselt, als ein Satz Batterien. Bei Handgeschriebenem kannst Du das Speichern auch niemals vergessen.

Individuelle Note: Kein digitaler Einheitsbrei

Deine Handschrift ist einzigartig. Handzeichnungen tragen Deine indiviSuelle Handschrift - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Deine Bilder sind ebenso indiviSuell, wie Deine Handschrift. Digitaler Standardlook kann da in keiner Weise mithalten.

Deine gesamte Persönlichkeit präsentiert sich analog emotional viel bewegender und mehrsinnig rüber. Schließlich musst Du die Materie inhaltlich ja wirklich gut durchdrungen haben, bevor Du sie visuell darstellen und anderen vermitteln kannst.

Ablenkung? Nicht mit Stift und Papier!

Push-Nachrichten, blinkende Tabs und endlose Browser-Fenster? Kennst du nur digital. Analog arbeitest du konzentrierter und fokussierter – ein echter Produktivitätsschub, der ganz ohne technologische Wunderwaffen auskommt.

Notizklasse aus den 50er-Jahren, in der meine Mutter ihre Rezepte aus dem Hauswirtschafts-Unterricht gesammelt hat. Äußerer, schwarzer Umschlag mit ehemals cremefarbenen Ecken und Rücken - eine typische Kladde eben. Gezeigt wird der Außenumschlag.
Doppelseite der in den 1950ern von Hand geschriebenen Kochkladde meiner Mutter Rosemarie mit dem Rezept für Sandkranz. Mit Tinte geschrieben und voller Flecken und Anmerkungen aufgrund lebenslangen Gebrauchs.

Sinnliches Vergnügen: Die Koch-Kladde meiner Mutter

Handschriftliches Arbeiten fühlt sich einfach besser an – das Geräusch des Stifts, das Gefühl von Papier. Ein Genuss, den kein Bildschirm ersetzen kann.

Papiernotizen überstehen Jahrzehnte, ohne zu crashen oder Daten zu verlieren. Ehrlich: Ich liebe die Koch-Kladde, die meine Mutter im Hauswirtschaftsunterricht ihrer Schule in den 50er-Jahren nach und nach mit Rezepten gefüllt hat. Darin sehe ich jede Menge Flecken aus gelebtem Leben. Ich erkenne die Veränderung ihrer Handschrift über die Schullaufbahn. Ich sehe zusätzliche Notizen und habe praxiserprobte Rezepte ohne Hochglanz-Bildchen vor der Nase. Doch wenn ich reinschaue (was ich insbesondere in Sachen Weihnachtsplätzchenrezepte jährlich tue - das Spritzgebäck ist nämlich legendär!), dann kann ich die Gerichte und Gebäcke förmlich riechen und schmecken. DAS unglaublich vielschichtige Erleben kann mir keine digitale Technik bieten. Und taggen muss ich da auch nix, denn es gibt Seitenzahlen, eine Inhaltsübersicht und eine klare Struktur.

Analog bedeutet: Im Hirn gespeichert. Kein Cloud-Ausfall, keine Inkompatibilität, sondern einfach zeitlose Haltbarkeit Deiner Ideen und Zeichnungen.

Fazit: Analog rockt - auch heute noch!

Papier und Stift schlagen digitales Arbeiten deutlich in puncto Gehirnleistung, Kreativität und Individualität. Klar, digital ist bequem, aber analog ist smart – und macht dabei auch noch Spaß!

Also, liebe IT-Fans, Tablet-Gurus und Digitalhelden: Gönnt dem Gehirn mal wieder echten Input und greift beherzt zum Stift! Und wenn Ihr Nicht-Nerds Eure Inhalte vermitteln wollt und diese das mal wieder nicht verstehen wollen: Greift zu Stift und Papier und fangt an zu zeichnen. Mit den richtigen Bildern und Beispielen werden auch Blockchain und EFTs laienverständlich.

Um es klar zu machen: Beide Methoden haben jede Menge Vor- und Nachteile. Es gilt, eine clevere Kombination zu nutzen. Je nachdem, was ich erreichen möchte.

Doch die Aussage: Analoge Flipchart sowie Stift und Papier sind in modernen Zeiten nur noch Geschichte ... ist voreilig, Sie zeugt von fehlendem Wissen darum, wie unser Gehirn wirklich tickt! Die moderne Hirnforschung ist ja auch erst gut 35 Jahre alt ... und es gibt ständig neue Erkenntnisse ...

Bettina Schöbitz

Mentorin für packende Präsentation vor Publikum und Kunden - mit Mikro, Marker und Webcam. Damit Du Deine Teilnehmenden für Dich und Deine Themen begeisterst und selber ... Spaß daran hast.

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