Rede-Hack Nr. 3 – Rede normal – einfach so, wie immer…

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Ist Dir auch schon aufgefallen, dass Menschen - sobald sie eine Bühne betreten - irgendwie anders sprechen? Wenn wir den Redner kennen oder und in der Pause mit ihm unterhalten haben, dann stellen wir oft fest, dass er am Mikrofon irgendwie ... anders spricht. Er klingt aufgesetzter. Gestelzter. Unnahbarer.

Normal reden

Uns allen fällt es zunächst schwer, vor Publikum ganz normal zu reden. Meist gibt sich das nach einiger Zeit - doch die gespannte Erwartung (= Lampenfieber) sorgt bei den meisten dafür, dass sie gerade zu Beginn sehr viel bewusster und überlegter reden. Dass sie ihre Worte sorgfältiger wählen und so eben ... ganz anders wirken.

Klar ist es wichtig, dass wir vor Publikum gut verständlich sprechen. Laut genug. Langsam genug und vor allem gut artikuliert. Doch wir dürfen dennoch Worte wählen, die zu unserem ganz normalen Sprachgebrauch gehören.

Es gibt keinen Grund, sich plötzlich einer anderen "Sprache" (so etwas wie Fach-Chinesisch, vielen Anglizismen oder der Jugendsprache...) zu bedienen. Das passiert oft, weil Menschen sich ihrem Publikum nahbarer zeigen  oder sich als Experte mittels Fachtermini beweisen möchten. Doch genau das geht meist herrlich nach hinten los. Du bist selbst ein Mensch. Sprich zu ganz normalen Menschen. Rede normal.

Botschaft vor Sprache

Willst Du vor Publikum wirklich glaubwürdig und souverän wirken, dann setze auf deine gewohnte Art zu sprechen. Unterdrücke weder Deinen Humor, noch einen vielleicht vorhandenen Dialekt. Wenn Du zu den Schnellrednern gehörst, dann akzeptiere das und ziehe so die Menschen an, die zu Dir passen. Verstelle Dich nicht. Denn das würde Deine Botschaften schwächen.

Und vor allem: Sprich´ in der Sprache ganz normaler Menschen. Du redest vor Fach-Experten? Auch denen fällt das verständnis oft leichter, wenn Du die komplexen Sachverhalte in eine normale Sprache übersetzt. Denn wer Fachbegriffe, Abkürzungen oder Spezialisten-Sprech braucht, um sich selbst als Experte zu fühlen, der ist in seinem Thema inhaltlich oft noch unsicher. Wer voll im Thema ist und hinter seinen Botschaften steht, der braucht keine verkünstelte Sprache. Sondern er redet so, dass auch seine Oma den Inhalt verstehen kann.

Wortakrobatik

Auf der Bühne ist es wie mit der Artistik: Erst wer es wirklich richtig gut kann, der kann das ganze dann auch entspannt ins Lächerliche ziehen. Wer seinen Stoff verinnerlicht hat, der braucht keine Worthülsen mehr. Er kann ganz souverän und sehr flexibel über sein Fachgebiet quatschen. Er kann quasi verbal übers Hochseil tänzeln und ist in jeder Sekunde sicher.  

Deine Zuhörer merken sofort, wenn Du "unecht" bist. Also rede einfach wie immer - und gib´Dich dabei verständlich und persönlich. Dann bist Du auf einem guten Weg, dass die Menschen Dir gerne zuhören und Deine Impulse aufnehmen.



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