Wieviel Respekt verdient ein Redner?

Ich bin echt geschockt. Derzeit ist eine große Messe, auf der es auch viele Vorträge gibt. Einige meiner Kontakte aus Twitter und Facebook sind dort und berichten Trauriges: In vielen der dortigen Vorträge sitzen die Redner vor lauter gesenkten Köpfen. Weil die "Zuhörer" auf ihre Smartphones und Tablets starren und während der Rede darauf herumtippen. Wie gut kann eine Rede sein, wenn der Redner kaum Kontakt zum Zuhörer hat? Ich arbeite selbst häufig als Rednerin. Ich weiß daher, wie es sich anfühlt, da vorne zu stehen und so gar kein Gespür mehr dafür zu haben, wie meine Rede ankommt. Weil die Zuhörer den Kontakt mit dem elektronischen Spielzeug dem mit mir vorziehen. Klar, antworten jetzt Handymaniacs: Wir arbeiten ja "modern" und verarbeiten das Wissen elektronisch. Wir machen derweil ja sozusagen auch Werbung für Deinen Vortrag. Ach ja?  Sicher, das kommt in Einzelfällen vor und ehrlich: Das finde ich dann total okay. Doch wie kann ich als Redner wissen, ob dieser Teilnehmer gerade "beim Thema" ist oder - mal flugs - einen Verriss über mein Tun veröffentlicht? Das vielleicht nur deshalb nicht optimal funktioniert, weil mir eben das Feedback aus dem Zuschauerraum fehlt. Jeder Redner lebt davon, sich Ankerpunkte bei den Zuschauern zu suchen und nichts ist schlimmer, als wenn niemand einen anschaut. Mal ehrlich: Wenn ich lese, was Menschen von dieser Messe da aktuell so in social media veröffentlichen, dann empfinde ich sehr vieles…

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Gefangen – im Netz des Respekts

Fehlt auch Ihnen der nötige „Respekt“ im Netz? Immerhin verbringen wir viel Zeit in den neuen Medien: Je nach Statistik sind wir Deutschen im Durchschnitt zwei Stunden täglich „im Netz“ - beruflich wie privat. Das sind ¼ Arbeitstag oder 12,5 Prozent unserer täglichen Wach-Zeit. Viel Zeit für viel Angriffsfläche...denn die Tücken liegen weniger in der Technik, als im Menschen selbst. Das Internet entstand 1969 aus einem Projekt des US-Verteidigungsministeriums. Es wurde zunächst in universitärem Umfeld genutzt, um die Kapazitäten der teuren Großrechner (die damals diesen Namen noch verdienten) optimal zu nutzen. Der Datenaustausch bestand aus bits und bytes - auf respektvollen Umgang brauchte damals noch niemand Augenmerk zu legen. Denn damals gab es noch keine eMails und Chats. In den 80er Jahren entstand mit Mailsystemen wie Datex-P der Datenaustausch auch zwischen Privatnutzern und auf professioneller beruflicher Ebene. Schnell war die „Netiquette“ geboren - die Etikette im Netz. Die erste Empfehlung der Netiquette lautete folgerichtig: „Vergiss nie, dass auf der andern Seite ein Mensch sitzt!“ Ziel ist, dass für alle Teilnehmer eine angenehme Art der Kommunikation entsteht. Im realen Leben kommunizieren wir mit mehreren Sinnen Apropos Kommunikation: Wir Menschen kommunizieren grundsätzlich mit mehreren Sinnen. Wir sehen, hören, riechen unser Gegenüber und fassen es - beispielsweise bei einem Händedruck - auch schon mal an. Unseren Partner oder unsere Kinder „schmecken“ wir auch schon mal. Mehrere Sinne arbeiten also zusammen, um einen optimalen…

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Offene Ausbildungsplätze? Selbst schuld!

Das Telefon schellt. Ich hebe ab. Am Apparat ein Herr - nennen wir ihn Schmitz - Inhaber eines mittelständischen Installateurbetriebes am Niederrhein. Ich schätze den Anrufer auf etwa 55 Lebensjahre. Schmitz: "Tach auch, Frau Schöbitz. Ich habe da Ihren Artikel über Fachkräftemangel gelesen. Der macht mich neugierig, denn ich habe noch immer keinen Azubi für dieses Jahr gefunden, der was taugt. Obwohl das Ausbildungsjahr schon angefangen hat. Es haben sich einfach nur "Luschen" beworben, die nix draufhaben." Respektspezialistin (RS): "Einen schönen Guten Tag, Herr Schmitz. Jetzt machen Sie mich neugierig - was genau meinen Sie denn, wenn Sie von "Luschen" sprechen?" Schmitz: "Na ja, Leute, die in der Schule nix geleistet haben, was man an den Noten ja wohl sieht und solche, die ich keinesfalls auf Kunden loslassen kann. Also welche, die sich so gar nicht benehmen können. Sie glauben gar nicht, wie respektlose Bewerbungen ich dieses Jahr bekommen habe!" RS: "Interessant. Um den Beruf des Installateurs lernen zu können, braucht ein Kandidat in Ihren Augen also vor allem tolle Schulnoten und erstklassiges Benehmen?" Schmitz: "Das wäre hilfreich. Außerdem suche ich jemanden, der pünktlich, zuverlässig und ehrlich ist. Früher haben wir 30 Bewerbungen gekriegt, jetzt nur noch 3 - und die von Luschen!" RS: "Okay, Sie sind also über die Menge der Bewerbungen und auch über deren Qualität enttäuscht. Verstanden. Wie erfahren die Jugendlichen denn, dass Sie ausbilden?" Schmitz: "Das weiß man doch.…

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