Man muss…

Sie sitzen am Schreibtisch und sagen zu Ihrem Partner: "Man müsste endlich mal eine Lösung dafür finden, wie man mit 24 Stunden am Tag besser auskommen kann." Was passiert in diesem Moment? Sie beklagen etwas, das Ihnen missfällt - und delegieren die Lösung Ihres Problems an eine Person namens "man". Komisch nur, dass sich da niemand angesprochen fühlt, oder? Das Wort "man" ist eine Verallgemeinerung. Was für Aussagen wie: "In Mexiko wird Spanisch gesprochen" durchaus zutrifft, bedeutet in Bezug auf anstehende Entscheidungen, dass wir uns geschickt aus der Verantwortung stehlen. Indem wir sie an "man" delegieren. Und weil es "man" nicht gibt, bleiben die Lösung ungefunden und die Aufgabe ungetan. Wer also ist "man"? Geben Sie "man" künftig immer einen Namen und Sie werden zufriedener durch Ihren Alltag gehen. Klare Kommunikation schafft Zuständigkeiten. Weil es keine unverantwortlichen Man-Aufgaben mehr gibt, die Sie ja irgendwie doch drücken. Muss man? Sie sitzen in einem Meeting. Ein Kollge macht einen neuen Vorschlag, der Ihren Fachbereich betrifft. Hier kommt also eventuell Arbeit auf Sie zu. Ihre Antwort auf die Frage: "Und - was sagen Sie dazu?" lautet folglich: "Gute Idee. Das könnte man so machen!" Damit wollen Sie erreichen, dass der Kelch der Aufgabenstellung an Ihnen vorüber geht. Doch wird das gelingen? Die Folge ist oft, das Ihnen jemand konkret den Job zuschustert. Und was passiert jetzt? Sie MÜSSEN ihn machen - und es war keineswegs Ihre freie Entscheidung.…

WeiterlesenMan muss…

Respekt kann auch zur Farce werden…

Im Frühjahr heißt es in vielen Unternehmen wieder: Gespräche zwischen Chef und Mitarbeitern stehen an, in denen es um die Leistungsbeurteilung und die anzuvisierenden Ziele geht. Und weil diese Gespräche ja sensible Themen beinhalten, werden die Chefs in Trainings darauf vorbereitet, die Gespräche angemessen zu führen. Klar, ein unsicherer Chef kann da viel falsch machen und da macht eine gute Vorbereitung Sinn. Doch manchmal führt das Ergebnis eben auch am Ziel vorbei. Zielstandsgespräche können respektvoll verlaufen Vor einigen Tagen erzählte mir meine Freundin Susanne, dass sie mit ihrem Chef einen Termin für ein Zielstandgespräch gehabt hätte. Ein ironisches Schmunzeln in ihrem Unterton forderte mich auch, nachzufragen, wie es denn wohl gelaufen sei… Zunächst sollte der geneigte Leser wissen, dass Susanne schon einige Jahre in diesem Unternehmen der Dienstleistungsbranche arbeitet. Es ist ein großes Unternehmen und ihr Chef hat rund 20 Mitarbeiter zu führen. Er hat also schon das eine oder andere Beurteilungsgespräch hinter sich und natürlich auch mit schöner Regelmäßigkeit Führungskräftetrainings besucht. Susanne ist in ihrem Job schon seit geraumer Zeit unglücklich, weil eine Mitarbeiterin sich trefflich auf Mobbing versteht. Auch wenn es sich bislang nie direkt gegen Susanne gerichtet hat, so spürt meine Freundin jedoch, dass “die Chemie nicht stimmt” in ihrem Team. Das geht so weit, dass Susanne sogar schon über eine Kündigung nachgedacht hat. Bislang hat nur die Tatsache, dass sie alleine lebt und zu viel Zukunftsangst hat, sie…

WeiterlesenRespekt kann auch zur Farce werden…

Respekt am Arbeitsplatz

Kreispolizeibehörde Mettmann, heute gegen 12:40 Uhr. Ich stehe in der Wache, weil mir jemand seine Fahrertür auf dem Supermarktparkplatz eindrücklich gegen meine Beifahrertüre gerammt hat. Eine Anzeige wegen Fahrerflucht steht also an. Und weil Computer ja nichts schneller  (sondern nur schöner) können, als früher die Schreibmaschine mit drei Durchschlägen, dauert das Ganze. Ich habe also Zeit, mein Umfeld zu beobachten. Viele Beamte gehen voll bepackt ein und aus. Gefühlt sicherlich 30 in der Zeit, die ich dort verbringe. Und was sehe ich? Jeder neu hinzugekommene Kollege/ Kollegin geht zum Wachhabenden, der meine Anzeige aufnimmt und gibt ihm die Hand. Ich bin erstaunt und frage nach, ob das eine neue Dienstanweisung sei. Der junge Beamte antwortet leicht genervt, dass das angeblich in dieser Behörde schon immer so gewesen sein. Nun wohne ich schon länger hier und hatte hin und wieder Grund, diesen bürgernahen Ort gelegentlich zu besuchen - doch das war mit neu. Nun gut, es ist ja eine tolle Sache, wenn Kollegen so wertschätzen miteinander umgehen. Oder? Die Anzeigenerstellung dauerte länger - ich hatte also viel Zeit, die Szene zu beobachten. Schnell fiel mir auf, dass es deutliche Unterschiede bei der Kollegenbegrüßung gab. Manche gaben sich kurz angebunden die Hand. Andere begrüßten sich deutlich überschwänglicher mit netten Worten und an der Stimme war der Grad der Sympathie zu erkennen. Und wieder andere nahmen einander in den Arm - mehr oder minder…

WeiterlesenRespekt am Arbeitsplatz