Respekt am Arbeitsplatz

Playmobil-Polizist mit Kelle und Blitz-Dreibein

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Kreispolizeibehörde Mettmann, heute gegen 12:40 Uhr. Ich stehe in der Wache, weil mir jemand seine Fahrertür auf dem Supermarktparkplatz eindrücklich gegen meine Beifahrertüre gerammt hat. Eine Anzeige wegen Fahrerflucht steht also an.

Und weil Computer ja nichts schneller  (sondern nur schöner) können, als früher die Schreibmaschine mit drei Durchschlägen, dauert das Ganze. Ich habe also Zeit, mein Umfeld zu beobachten. Viele Beamte gehen voll bepackt ein und aus. Gefühlt sicherlich 30 in der Zeit, die ich dort verbringe.

Und was sehe ich? Jeder neu hinzugekommene Kollege/ Kollegin geht zum Wachhabenden, der meine Anzeige aufnimmt und gibt ihm die Hand. Ich bin erstaunt und frage nach, ob das eine neue Dienstanweisung sei. Der junge Beamte antwortet leicht genervt, dass das angeblich in dieser Behörde schon immer so gewesen sein. Nun wohne ich schon länger hier und hatte hin und wieder Grund, diesen bürgernahen Ort gelegentlich zu besuchen – doch das war mit neu. Nun gut, es ist ja eine tolle Sache, wenn Kollegen so wertschätzen miteinander umgehen. Oder?

Die Anzeigenerstellung dauerte länger – ich hatte also viel Zeit, die Szene zu beobachten. Schnell fiel mir auf, dass es deutliche Unterschiede bei der Kollegenbegrüßung gab. Manche gaben sich kurz angebunden die Hand. Andere begrüßten sich deutlich überschwänglicher mit netten Worten und an der Stimme war der Grad der Sympathie zu erkennen. Und wieder andere nahmen einander in den Arm – mehr oder minder intensiv. Kurzum: Es wurde körpersprachlich, in Mimik und Worten sehr schnell für mich erkennbar, wer hier mit wem “gut kann” und wer halt mit dem anderen arbeiten muss.

So wird die eigentlich respektvolle Geste des Händeschüttelns schnell zu einer Pflicht ohne wertschätzende Aussage. Denn wer sich gerne mag, der begrüßt sich auch ohne diese “Verpflichtung” mit Herz und Begeisterung – und alle anderen? Die können es dann auch gleich lassen.

Ein respektvoller Handschlag ist angenehm – nicht, wie ein nasser Waschlappen. Wer einem anderen Menschen die Hand schüttelt, um ihn zu begrüßen, der sollte diesen dabei mit den eigenen Augen wirklich “sehen” und nicht nur schnell den Blick vorbeischweifen lassen.

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