Fokus aufs Wesentliche – statt Zuvielisation

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Letzte Woche um diese Zeit lag ich noch am Strand auf Mallorca. Unser Heimflug ging erst am Abend - und so konnten wir nochmal die warme Sonne und den Sand unter den Füßen genießen. Zu diesem Zeitpunkt wehte - anders als an den ersten fünf Tagen - keine rote Flagge mehr am Strand ... dafür weht sie gerade quasi in meinem Büro. Denn ich habe akute #Zuvielisation.

Unwetterfolgen

Zwei Wochen zuvor hatte es auf der Insel sehr schwere Unwetter gegeben. Und so war der Strand nach unserer Ankunft dann auch tagelang komplett gesperrt - mit dieser roten Fahne. Dazu wehte ein heftiger Wind und die Wolken ließen die Sonne nur manchmal durchblitzen. Hmmm ... so hatten wir uns unseren Sommerurlaub 2019 eher weniger vorgestellt.

Warum ich das hier im Business-Blog schreibe? Nun - keineswegs, um Dir jetzt ausgiebig von unserem Urlaub zu berichten...

Brandung

Ich schreibe das, weil - kaum waren wir zurück - hier in der Heimat die Wellen gefühlt über mir zusammenschlagen. Ich stehe heftig in der Brandung. Denn in unserer Abwesenheit ist hier allerhand aufgelaufen und in den Ferien hat der gelüftete Kopf auch die eine oder andere Idee an die Oberfläche gespült. Als ich - nach Rückkehr Freitagnacht und einer Hochzeit am Samstag - ein wenig im Netz surfte und meine Aufgabenliste für die kommende Woche als #Sketchnote gestaltete, überfiel mich das Gefühl akuter Zuvielisation.

Momentan, wie immer nach den Sommerferien, ballen sich die wirklich spannenden Angebote an OnlineKursen, Challenges, Freebies. Dazu kommen wieder verstärkt Kundenanfragen, Buchungen und andere Impulse. Es sind viele Sachen liegen geblieben.

Sobald Deutschland in die Sommerferienphase eintaucht, bleiben einige Wochen zum Aufarbeiten und auch mal Seelebaumeln - doch wenn das Ende der Sommerphase gekommen ist, hauen viele Anbieter tolle neue oder besonders attraktive Angebote raus ... und ich? Ich habe das permanente Gefühl, viel zu viel Auswahl zu haben.  Und viel zu viel ... zu verpassen. Ich habe akut Zuvielisation. 

So spüre ich, wie schwer mir das "NEIN"-sagen gerade fällt. Ich möchte doch diese Challenge gerne mitmachen und jenen Online-Kurs. Doch auf einmal fallen mir selbst die Sachen schon fast schwer, zu denen ich mich in Sommer-Sonnen-Laune angemeldet hatte. Und klar habe: ich da auch heute noch Bock drauf. Nur sehe ich eben auch mein Zeitmanagement im Notstand. Denn auch mein Herbst ist schon gut von Themen und Terminen besetzt.

Kurzum: Ich hisse die...

Rote Fahne

Du möchtest einen "kurzen" Überblick über meinen für den Herbst anstehenden beruflichen Aufgabenzettel? Damit Du Dich mit Deinem weniger so allein fühlst?

  • Mein Onlinekurs Herrlich imperfekt zeichnen - am FlipChart wartet schon viel zu lange auf seine Realisierung....
  • Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist bis spätestens 10.10. fällig
  • Ein frischer Newsletter will geschrieben und bis 15.10. versandt werden
  • Das Konzept für ein wirklich wertvolles Freebie liegt vorbereitet in der Schublade, welches in die Welt will. Das Ding wird der Hammer! Doch erstmal braucht es noch Design, eine Landingpage, ein Mockup und ... mehr.
  • Wie lange habe ich schon keine Podcast-Episode mehr aufgenommen und veröffentlicht? Asche auf mein Haupt! Es wird diesen Monat noch eine geben!
  • Mein YouTube-Kanal will gefüttert werden - die Leute scheinen meinen Stil zu mögen und ich bekomme Mails, dass sie sich auf mehr freuen...und ich mache das ja auch total gerne!
  • Frische Aphorismen zu meinen Themen für Instagram und Pinterest sind vorzubereiten und am richtigen Ort abzuspeichern (die sollen ja auch auf dem Smartphone für mich "greifbar" sein...). Denn auch mein Insta-Thread wird mittelfristig hübscher und zielführender
  • Zum Webinar Erfolgreich auf YouTube mit Michaela Engelshowe, zur Blamiere-Dich-täglich-Challenge von  Kerstin Wemheuer und zum Onlinekurs-Business-Bootcamp von Katharina Lewald habe ich mich angemeldet - und für alle ist etwas Vorbereitung (Vorstellen in FB-Gruppe, Ziele formulieren, Buddy finden, Ideen generieren, eigene Produkte in Eckdaten festlegen u.a.) erforderlich
  • Auf meinen beiden Websites gibt es Handlungsbedarf - angefangen bei den Bildgrößen (da sind noch viele zu groß und die Ladezeiten damit zu lang...) über die Cookie-Lösung gemäß neuem EuGH-Urteil bis hin zu Produkten und zu verbessernder Customer-Journey ...   j a p s !
  • Mein Buch braucht noch 7 Kapitel, die ich schreiben und zeichnen darf. Und dann kommen noch ... Lektorat, Korrektorat, inhaltliche Umstellungen, inhaltliche Strukturanpassungen, Schlagwörterverzeichnis, Covermotiv (jubelfreu - das darf ich selber zeichnen!), Inhaltsverzeichnis und sicher noch eine weitere Menge Kleinkram ...
  • Da kommen dann noch ein paar neue eigene Ideen ins Spiel - und das Privatleben gilt es ebenfalls zu organisieren ...

Zeitmanagement + Planung

Jetzt darfst Du mal herzhaft lachen: JA, ich gebe Workshops zum Thema Zeit- und Energiemanagement. Ernsthaft! Echt jetzt!

In der Theorie weiß ich also  bestens, wie es wirklich geht. Nämlich mit Planung, Fokus, Zielen und ... Pausen. Doch die Praxis ... überrollt auch mich zu oft. Wie die Gischt auf einer Welle am rotgeflaggten Strand. Mir weht der Aufgabenwind um die Ohren.

Genau deshalb werde ich jetzt als erstes wieder sauber ... planen.

Ich starte bei der Planung ... mit ausreichenden Pausen. Die kommen zuallererst in meinen Kalender für das 4. Quartal. Dazu gehören private Positiv-Termine, Sport und einfach mal Freizeit. Denn diese Freu-Zeiten werden in stressigen Phasen am ehesten vergessen oder missachtet.

Das nächste, was ich mir genauer anschaue, sind meine

Persönlichen Ziele im Business

Dazu stelle ich mir zunächst eine Menge Fragen und beantworte diese ...schriftlich. Wer schreibt, der bleibt. Und was wir uns aufschreiben, erhält für unser Gehirn eine andere Verbindlichkeit, als eine rein mentale Planung.

Was möchte ich in diesem Jahr noch erreichen?

Womit verdiene ich ausreichend Geld?

Wo habe ich Zusagen gemacht?

Was dient meinen Langfrist-Zielen?

Wer ist noch ein interessanter Kunde oder Kontakt für mich?

Welche Produkte will ich weiterentwickeln und welche dürfen "sterben" oder den Weg ins Angebots-Lager finden?


So wird für meine weitere Planung klarer, wozu ich aus vollem Herzen JA sagen kann - und wo ich um ein NEIN keinesfalls herumkomme.

Zurück zum eigenen Fokus

Es stehen natürlich bereits geplante Kundentermine oder regelmäßige Meetings mit meinen Business-Buddies Kerstin Müller und Ilse Lechner im Kalender. Dazu der eine oder andere private Termin beim Zahnarzt oder dem TÜV.  Doch der Rest ist ... planbar. Und zwar immer mit einer ordentlichen "Pufferzeit" für Unerwartetes. Denn mancher Kunde braucht sehr kurzfristig noch meine Leistung und dafür plane ich Zeit mit ein.

Im nächsten Schritt schaue ich auf meine weiteren terminlichen Verpflichtungen: Das Buch will ich bis Mitte November komplett abgegeben haben, so dass dann die Nacharbeit geschehen kann. Marketing und Akquise brauchen ausreichende Zeitfenster. Mein Redaktionsplan gibt mir Termine für Blogpost, Newsletter, Podcast, YouTube und social media vor. Also rein damit in den Kalender.

In meinem Zeitplan kristallisieren sich jetzt die noch verfügbaren "Zeitinseln" heraus, die ich mit weiteren Aufgaben (also der Teilnehme an Challenges und Onlinekursen oder weiteren Themen) verplanen kann.

Da zeigt sich ganz schnell, dass ich jede Menge Entscheidungen zu treffen habe. Brauche ich den Online-Kurs genau jetzt - oder vielleicht doch erst zu einem späteren Termin? Klar, dann ist genau dieser  vielleicht gerade nicht im Angebot. Doch fast immer lässt sich eine Alternative finden. Manches ... geht einfach nicht.

Schaffe ich mein Social-media-Pensum, während andere Sachen mich drücken? Oder sollte ich mich für weniger ist mehr entscheiden und mich aus einigen Plattformen künftig verabschieden? Auch wenn nächste Woche genau diese Plattform im Netz plötzlich wieder als "the hot shit" verkauft wird? Also ganz sicher werde ich TikTok verweigern. Soviel ist schonmal klar. Auch aus Xing steige ich im Herbst aus und mein Gefühl sagt mir, dass auch LinkedIn und ich vorerst keine Freunde werden.

Business = Entscheidung

So, wie ich mich 2002 entschieden habe, meine eigene Firma zu gründen und als Solounternehmerin mein Business zu machen, so bedeutet das Dasein als Unternehmerin eben auch, sich ständig zu entscheiden. In dem Bewusstsein, dass jede einzelne Entscheidung FÜR etwas immer auch zeitgleich eine Entscheidung GEGEN etwas anderes ist. Das tut oft weh - doch wenn ich das unbeachtet lasse, richte ich mich systematisch selber zu Grunde.

Ich kann niemals alles haben!

Leider macht uns das Netz das Leben keinesfalls einfacher. Hier bekommen wir zu viele Optionen wie Möhren vor die Nase gehalten. Die wir - aus unterschiedlichsten Beweggründen - für uns als attraktiv erachten. So tappen wir in die Zeitfalle oder entwickeln dauerhafte Mangelgefühle. Egal, ob selbstständig oder angestellt.

Hier bedarf es einer kleine Korrektur des eigenen Mindset:
Ich DARF mich entscheiden.

Ich habe alle Optionen. Niemand anderes sagt mir, was ich tun MUSS (okay, mit Ausnahme des Finanzamtes und der Juristerei vielleicht...). Selbst mein Chef kann nur sehr bedingt über mein Leben entscheiden - und ich habe das Recht, Dinge in Frage zu stellen oder auch mal NEIN zu sagen.

Das ist ein echtes Privileg! 

Selbstfürsorge

Wenn ich nun also den Fokus aufs Wesentliche lege und meine Entscheidungen treffe, dann gehört immer maßgeblich dazu: Sorge für Dich selbst. Denn für die Erhaltung Deiner Arbeitskraft und die Stärkung Deiner Motivation trägst Du als Unternehmer oder Mitarbeiter ganz alleine die Verantwortung. 

Das bedeutet: Das Wort NEIN gehört auf jeden Fall in Deinen aktiven Sprachgebrauch. Damit Du auch nächste Woche wieder kraftvoll planen und umsetzen kannst. Damit Du leistungsfähig und lebensfroh bleibst. Also sei einfach dankbar für die Option, dass Du selber entscheiden DARFST. 

Mein Ende der Zuvielisation

Klar bin auch ich mehr als empfänglich für alle diese tollen Angebote und Themen. Ich neige dazu, mir den Tag zu voll zu packen und am Ende immer mit hechelnder Zunge den Terminen nachzurennen. Es hat schon einen Grund, warum so viele mich als PowerFrau bezeichnen.

Doch wenn ich merke, die Wellen holen mich wieder ein, dann trete ich einen Schritt vom Saum des Meeres zurück, gehe in die Metaebene und beginne mit einer sauberen Planung. Denn gute Planung kostet Zeit, bringt aber in der Umsetzung später einen vielfachen Zeitgewinn. Und wie formulierte es schon Kim Insoo Berg :

"Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!"

Dann... klappt das auch mit dem Herbst. 

Mein Geschenk für Dich: Mini-Pause am Meer - vom Stand in Canyamel auf Mallorca im September 2019.

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