Graphic Recording? Finde den richtigen Zeichner!

Graphic Recording Peer Counselling Interdisziplinarität

Graphic Recorder ? - das ist ein Job für die Rockstars unter uns Businesszeichnern. Gilt es dabei doch, simultan zu einem Vortrag oder einer Präsentation die angesprochenen Inhalte mitzuzeichnen. Im Großformat. Also richtig, richtig groß. Und zwar live vor Publikum - also auch im Rampenlicht.

Wer schon Sketchnoter dafür bewundert, wie sie es in kurzer Zeit schaffen, besprochene Themen auf nur einer Seite konzentriert zu visualisieren, der wird dem Graphic Recorder noch ein gutes Quäntchen mehr Respekt zollen. Deren zu zeichnenden "Strecken" sind einfach viel länger und damit auch zeitraubender. Statt 1 cm auf einem DIN A4-Blatt für eine Sketchnote sind es hier eben 10 cm Zeichenweg. Das braucht Übung. Viel Übung. 

Graphic Recorder buchen? Habe (D)ein Konzept!

Jeder Businesszeichner hat seinen ganz eigenen indivisuellen Stil - die Bandbreite ist riesig. Zuallererst darf Dir sein Zeichen-Stil gefallen. Doch er muss bitte auch zum Charakter des geplanten Events passen. 

Manche Graphic Recorder zeichnen sehr reduziert, was Farbe und Formen angeht. Andere schöpfen aus dem vollen Potential der Farben. Einige beherrschen eher einen Comic-Stil, andere zeichnen sachlich-seriös. Manche setzen stark auf den Faktor Humor, andere mehr auf eine möglichst komplette Dokumentation.  Die einen können großartige Menschen zeichnen, die anderen sind eher Inhaltsfokussiert.

Also stelle Dir zuerst die Frage: Was genau braucht MEIN Event? Warum genau möchten wir einen an Bord haben, wenn unsere nächste Veranstaltung stattfindet?

Was Du wirklich erwartest...

Bevor Du über die Buchung eines Graphic Recorders nachdenkst, bereite erst einmal Dein Anforderungsprofil vor, mit dem Du auf die Suche gehst. Dazu gehört erst einmal, Dein Warum zu klären, weshalb Du einen Graphic Recorder buchen willst - nachfolgend ein paar Möglichkeiten (mit einem Augenzwinkern!):
- Finde ich einfach cool
- Machen jetzt alle so
- Scheint mir sehr attraktiv für die Teilnehmer
- Besser, als klassische Handouts oder Protokolle
- Das ist doch total merkWÜRDIG, also gehirn-freundlich
- Mein Chef will das so
- Wir haben noch Budget übrig

Du möchtest am Ende eine oder mehrere schöne Zeichnungen haben. Das Ganze soll möglichst geschmeidig im Umfeld der Veranstaltung ablaufen und am Ende die Teilnehmer und - im Idealfall - auch den Redner begeistern. Und zu teuer soll es bitte auch nicht sein...

​Beschreibe Deine Erwartungen so genau wie möglich. Beantworte dazu auch die nachfolgenden Fragen.

Kläre vorab relevante Fragen!

  • Welchem Zweck soll das Graphic Recording dienen?
  • Wie sollen die Ergebnisse hinterher verwendet werden?
  • Benötigst Du das Ergebnis analog - also auf Papier - oder lieber digital als Datei/ Foto? In welchem Format?
  • Welchem/n Vortragenden soll die Ehre zuteil werden, dass sein Vortrag mitgezeichnet wird? 
  • Sind der oder die Redenden bereit, auf eigene Beamer-Präsentationen zu verzichten, damit das Publikum auf keinen Fall von zu viel Bühnengeschehen überfordert wird?
  • Stehen vor dem Event die Redemanuskripte früh genug zur Verfügung, damit der Graphic Recorder sich anhand dieser vorbereiten kann? Wir sind auch nicht in allen Themen gleichermaßen fit ...
  • Welche Rahmenbedingungen in Sachen Licht, Sichtbarkeit, Mobiliar und Bühnenaufbau bietet der Raum, in dem das Event stattfinden soll?
  • Triff eine Auswahl: Welche der Themen/ Vorträge sollen tatsächlich graphisch festgehalten werden? Der Effekt nutzt sich bei zu viel Zeichen-Angebot zum Einen ab - und zum Anderen kann das auch kein guter Graphic Recorder ohne längere Pausen meistern.

Zielführende Auftragsklärung

Wenn Dir Stil, Professionalität und erster Eindruck des Zeichners auf seiner Website gefallen, dann nimm´ Kontakt auf. Eine der ersten Fragen sollte sein, ob er zum gewünschten Termin freie Kapazitäten hat - denn die Profiszene ist meist eher (zu) gut gebucht. Wenn der Termin schon belegt ist, spart Ihr Euch die weitere Gesprächszeit. Vielleicht passt es ja ein anderes Mal.

Danach erläutere ihm, was Du planst und brauchst - Du hast ja eben Dein Anforderungsprofil erstellt. Er wird Dir sicher einige der Fragen von oben stellen, zu denen Du die Antworten aufgrund deines Konzeptes bereits gefunden hast. So entwickelt Ihr gemeinsam das Profil für den Tag X.

Zudem kann der Graphic Recorder noch besser arbeiten, wenn Du ihm vorab ein wenig zu den "wichtigen handelnden Personen" am Eventtag erklärst. Namen und ihre korrekte Schreibweise. Besonderheiten. Details.

Sprecht bitte auch über den Dresscode. Ein Graphic Recorder kann kaum im feinen Zwirn arbeiten, wenn er sich viel bewegen und mit Farben arbeiten muss. Gestatte ihm also eine etwas "sportlichere" Kleidung, die dennoch zum Rest der Veranstaltung passen sollte. Von einem Profi darfst Du auch angemessene Kleidung erwarten!

Was braucht so ein Graphic Recorder vor Ort? 

Hiermit ist vor allem der Zeichen-Hintergrund gemeint. Manche zeichnen bevorzugt auf einer Graphic Wall (einer variabel stellbaren, in angenehmer Höhe befindlichen und beliebig erweiterbaren Stellwand - gerne mit einer Endlos-Papierrolle) . Andere zeichnen auf Foamboards/ Kapa-Platten. Wieder andere nutzen die Wände des Raums. Ich persönlich nutze auf Gründen der Verfügbarkeit meist eine klassische Metaplan-Stellwand. Das sind diese mobilen Pinnwände, die es fast überall in Event-Räumen gibt - Du siehst eine solche auf dem Foto weiter unten.

Hier stellt sich dann die Frage, welches Papier/ Material verwendet werden soll - und wer es beschafft? Auftraggeber oder Auftragnehmer? Wer mietet die Zeichen-Wände oder kann der Zeichner seine eigene (einige Zeichner haben so ein teures Teil...) Graphic Wall mitbringen?

Ich bringe beispielsweise immer mein eigenes, reinweißes Metaplanpapier und eigene Pins dafür mit. Warum? Weil Veranstalter fast immer nur das braune Papier kaufen und es zudem bei der Lagerung oft sehr stiefmütterlich behandeln. Gutes, sauberes Papier ist ein Zeichen von Wertschätzung für Zeichner und Teilnehmer.

Es gibt auch die digitalen Zeichner, die mit einer Kamera ihr Tablet abfilmen und auf die große Leinwand übertragen. Diese brauchen Kameraanschluß und die Leinwand samt Beamer. Hier muss klar sein, welche Stecker benötigt werden!

Hier hat jeder Vorlieben und Abneigungen. Alle Varianten haben Vor- und Nachteile. Was dabei für Dich wichtig ist? Nun - Du musst unter Umständen Stellwände, Beamer und weitere Materialien "stellen". Also dafür Sorge tragen, dass am Veranstaltungstag alles vor Ort ist, damit nicht nur der Redner reden, sondern auch der Graphic Recorder zeichnen kann.

Zudem braucht so ein Graphic Recorder gutes Licht an dem ihm zugedachten Platz - damit die Teilnehmer auch sehen könne, was er/ sie da so tut. Sollte nicht genug Licht verfügbar sein, so regeln sie das über mobile Lampen und Steckdosen samt Verlängerungskabeln.

Ein Tisch für das Material wäre toll. Denn wir brauchen das Zeug griffbereit. Und auch über einen Stuhl (noch besser: Hocker) freuen wir uns sehr - weil wir im unteren Bereich dann auch mal sitzend arbeiten können. 

Ausreichend Getränke und ein Glas sind klasse - es ist immer wieder ein schöner Service, wenn wir uns da nicht selbst drum kümmern müssen.

Sehr wichtig für uns ist auch ein Ansprechpartner vor Ort, mit dem wir Änderungen am Programm, Detailfragen oder Fragen zu Personen besprechen können... Sehr hilfreich ist es auch, Redner und Zeichner vorab einander vorzustellen. Ich kläre in solchen Momenten dann beispielsweise gerne die Lieblingsfarbe des Redners, um diese als Zeichen meiner Wertschätzung bevorzugt beim Zeichnen einzusetzen.

Wichtig ist auch zu besprechen, WIE der Graphic Recordern anreist. Denn nicht alles an Material ist im Flieger problemlos als Handgepäck transportabel. Zudem haben wir meist ziemlich viel Material dabei. Da kann ein Fahrservice für abgelegenere Locations eine große Erleichterung sein. 

Für was Du bezahlst...

Graphic Recording ist ein sehr anspruchsvoller Job. Sehr viele Facetten spielen daher hinein, wenn es um die Auswahl eines echten Profis geht.

Das alles bezahlst Du mit dem Honorar:

... Anwesenheitszeit vor Ort
Am Tag des Events (und das ist in der Regel weit mehr, als die reine Zeichen-Zeit während eines Vortrags....)

... jahrelange Übung und breite fachliche Kompetenz

... Vorbereitungszeit ins (Spezial-)Thema
Auch wir Graphic Recorder haben nur ein begrenztes Repertoire an Visuals ständig im Kopf. Auf seltener angefragte Themen oder ganze neue Themen bereiten wir uns professionell anhand vor Vorgesprächen mit den Rednern, deren Präsentationen oder Notizen, Internet-Recherche und ja ... auch Zeichenübungen vor.

... Materialverbrauch 
Von der Markertinte über Papier, Pastellkreiden, Feuchttücher, Wachsblöcke, Kapa-Platten, Filzstifte, Bleistifte, Radiergummi, Haarspray (als Fixativ, nicht für die Frisur!) ... und vieles mehr

... Reisezeit
Reise-Kosten werden meist separat vergütet, die Lebenszeit des Zeichners aber vergessen - dabei fallen für manchen Auftrag dadurch drei Arbeitstage an)

... Professionelles Auftreten - von der gesamten Vorab-Kommunikation, die Website, Vertrags-Unterlagen, AGB, Materialzustand, Kleidung, Haarschnitt, Stil, Mitdenken bis hin zu Versicherungen...

... das professionelle Branding des Graphic Recordings. Damit hinterher jeder erkennt, wer genau zu welchem Anlass und für welches Unternehmen wann und wo gesprochen hat.

... dafür, dass ein Graphic Recorder oft sogar inhaltliche Fragen von Teilnehmern klären kann, weil er sich vorab sauber ins Thema eingearbeitet und viele weiterführende Details verinnerlicht hat.

... Nutzungsrechte (mehr dazu weiter unten)


Reden wir über Preise...

Du kannst durchaus preisgünstige Angebote am Markt finden. Von Menschen, die einfach gerne zeichnen und das als Nebenjob machen. Ganz ehrlich: Du sparst damit Geld - und bringst zeitgleich einen professionellen Zeichner um ein Stückchen seiner Lebensgrundlage. Du kaufst Dir zudem das Risiko ein, dass der preisgünstige Zeichner am Ende teuer werden kann - beispielsweise, wenn er bei Dir auf dem Event einen Unfall hat und dafür keine Versicherung hat. 

Die Preisspanne liegt irgendwo zwischen 250 € für einen ganzen Tag (wenn jemand das nebenberuflich macht ... dann oft nur am Wochenende) bis zu 500 €/ Stunde (die Mega-Rockstars unserer Branche, bei denen auch der Name zählt). Wie das sein kann?

Du kannst ja auch Schweinefilet für 4,99 € im Kilo beim Discounter oder 49 €/ Kilo beim Metzger kaufen. Die Frage ist, was Du wirklich brauchst, was Du mit Deinem Gewissen verantworten kannst und wie gut es Deinem Körper (= Event) tut.

Schau´ auf die Referenzen, die ein Zeichner zum Thema anbietet - in der Regel auf seiner Website. Dort findest Du auch Rahmenbedingungen und AGB, Beispiele der Arbeiten und Du kannst Dir einen Eindruck verschaffen, wie professionell das Ganze wirkt. Klar kannst Du nur vor die Stirn gucken, doch ein Telefonat sollte danach mehr Klarheit schaffen.

Ich möchte Graphic Recording inzwischen nur noch für Kunden machen, die meine Persönlichkeit, meine Art zu zeichnen und die eigentliche Leistung zu schätzen wissen. Die es beispielsweise positiv wahrnehmen, wenn ich sie im Vorfeld ihres Events aktiv unterstütze - indem ich selbstverantwortlich Dinge regele und abstimme. Indem ich am Tag vor Ort ganz flexibel und mit hohem Dienstleistungsverständnis agiere. Indem ich mit ihren Teilnehmern spreche und deren Fragen beantworte.

Deswegen gehöre ich zu denen, die auch Vorbereitungs- und Reisezeiten berechnen - neben einem guten Stundensatz für das eigentliche Zeichnen. Ich kann es mir leisten. Weil ich gut bin.

Ich bringe inzwischen 35 Jahre Berufserfahrung und einen breiten - zeichnerischen - Blick über den Tellerrand mit. Das bekommst Du bei einem Newcomer eher selten.

Und noch etwas rechtfertigt meinen Preis: Meine GraphicRecording-Kunden erhalten von zu diesem Preis alle Verwertungsrechte am fertigen Werk. Die bezahlst Du woanders oft ordentlich extra!

Zusätzlich berechnen wir meist die Anfertigung professioneller Fotos samt Nachberarbeitung. Klar, das ist auch nochmal eine Menge Aufwand. Ich persönlich ticke da anders. Für mich ist ein Graphic Recording mit dem Ende des Vortrags - plus maximal noch zehn Minuten Nachbearbeitungszeit - fertig. Es ist eine Momentaufnahme und darf herrlich imperfekt sein. Ich bearbeite die eigentliche Zeichenleistung daher niemals nach. Denn gerade die kleinen Patzer sind doch sympatisch.

Doch es gibt auch Kollegen, die dann erst hinterher zur Feinarbeit schreiten und damit das Endergebnis erst einige Zeit später liefern können. Auch das darfst Du vorab mit dem Zeichner Deiner Wahl absprechen.

Risikofaktor Nutzungsrechte

Kläre mit dem Graphic Recorder, den Du buchen willst, schriftlich (!!!) die Nutzungs-/ Verwertungsrechte. Was genau darfst Du mir dem fertigen Ergebnis tun? Wer behält das Original der Zeichnung? Wer darf Fotos anfertigen? Was darf damit passieren? Wie sieht es mit der Veröffentlichung in Internet und social media aus? Dürfen die Fotos beschnitten und nur in Teilen oder Ausschnitten veröffentlicht werden? Wie lange gilt die Regelung und für wen genau?

Gerade in diesem Punkt unterscheiden sich die Angebote der Kollegen gerne. Klar, der unerfahrenere Kunde weiß ja auch nicht darum. Und ist hinterher schwer erbost, wenn er für Rechte extra zahlen soll, die er nicht auf dem Schirm hatte. Doch das Thema Kunsturhebergesetz ist hier ziemlich grimmig und kann für Dich teuer werden, wenn Du Dich damit vorab zu wenig auseinandergesetzt hast.

Fazit

Schaue strategisch auf das Thema, denn Graphic Recording ist eine anspruchsvolle Arbeit und kein lockeres "Mal-eben-Mitzeichnen". Dementsprechend kostet es Geld und sollte dafür auch einen Nutzen für Dich und Dein Event stiften.

1. Kläre also zunächst für Dich die Frage, WARUM genau Du einen Graphic Recorder für Dein Event möchtest. Welchen Nutzen er liefern soll. Dann schaue, ob das Budget für einen Profi planbar ist.

2. Dann schaue Dir an, welchen Stil einzelne Zeichner haben. Suche Dir den aus, der Dich wirklich anspricht.

3. Achte darauf, aus welcher räumlichen Distanz der Zeichner anreisen muss - denn Reisespesen belasten ebenfalls Dein Budget.

4. Führe ein ausführliches Vorgespräch mit dem Zeichenprofi. Zuallererst gilt es abzuklären, ob er zum gewünschten Termin überhaupt Zeit hat.

5. Danach stimmt Ihr Euch Ihr in Bezug auf die genaue Aufgabenstellung, das notwendige Zeitfenster im Vorfeld und nachher, Urheberrechte, Verwendungszwecke, spezielle Bedürfnisse und besondere Wünsche ab. Oft geht es beispielsweise auch darum, ob der Zeichnende auch englische Vorträge visualisieren kann und möchte. Ob er auf Papier oder digital mitzeichnet. Was er vor Ort benötigt, um sauber arbeiten zu können...

6. Hinterfrage auch, WIE der Zeichnende arbeitet: Ist sein Graphic Recording kurz nach dem Vortrag bereits fertig oder braucht er noch eine längere Zeit zum Nacharbeiten? Steht er für Fotos mit seinem Werk und den Teilnehmenden zur Verfügung oder mag er das weniger? Zeichnet er analog - also klassisch auf Papier - oder digital und mit oder ohne Kameraübertragung.

7. Wenn Ihr beide die Rahmenbedingungen voneinander kennt, dann ist der richtige Zeitpunkt über Geld zu reden. Ein professioneller Zeichner wird erst dann Konditionen nennen, wenn er den genauen Rahmen kennt.

Denn ein guter Deal ist es ja immer nur dann, wenn beide Parteien damit am Ende glücklich sind.

Ich empfehle gerne diese Kollegen, wenn mein Stil nicht zu Deinen Wünschen passt:

Graphic Recording Peer Counselling Interdisziplinarität

Großformatiges, gezeichnetes Protokoll eines Vortrages von Pr. Daniel Bieber

Mentorin für bemerkenswerten Auftritte mit Mikrofon, Marker und Deinem individuellen #WOW-Faktor.

Schreibe einen Kommentar