Die reizende Andrea Laukamp hatte auf LinkedIn ihren Online-Arbeitsplatz gezeigt – und mich damit durchaus beeindruckt. Zeigt er doch, dass sie eine souveräne Technik-Queen ist. Klar, so als Zoom-, Streamdeck und OBS-Trainerin. Doch auch bei mir ist so einiges an Technik im Einsatz. Da sie mich fragte, ob ich denn auch mal meinen Online-Arbeitsplatz zeigen könne, entstand dieser Blogpost. Denn DAS könnte auch Dich interessieren.
Mein Online-Arbeitsplatz hat sich entwickelt …
Lass mich im Jahr 2016 starten, als ich mir – damals noch in der alten Wohnung und mit deutlich weniger verfügbarem Platz – meinen ersten Online-Arbeitsplatz einzurichten versuchte. Damals sah er SO aus:
Hier siehst Du im Hintergrund eine Spiegelreflex-Kamera auf einem Stativ für die Aufnahmen von der Seite und für die übersichtliche Bildschirm-Aufsicht. Dazu zwei Softboxen für die Beleuchtung (sie stehen auf Dreibei-Stativen und sind echte Platz-Killer – zudem sind die Leuchtmittel superempfindlich und müssen via Sondermüll entsorgt werden.) Meine Webcam war schon damals eine Logitech C920. Die übrigens heute noch störungsfrei im Einsatz ist … Du kannst sie später im Bild wiederentdecken. In diesem Setting habe ich meine ersten Videos gedreht und auf YouTube gestellt. Hier mein Video zum Webcam-Test.
Ich habe damals immer alles auf- und wieder abbauen müssen, um mich den Rest der Zeit in meinem Büro noch bewegen zu können und keine der Softboxen ständig – meist unter Verlust der Leuchtmittel – umzuwerfen. Du kannst Dir vorstellen, was das mit meiner Motivation in Sachen Videodreh gemacht hat, oder?
Damals habe ich allerdings schon jede Menge Webinare – damals noch mit Edudip und Clickmeeting – gehalten. Ich bin ungefähr seit 2013 schon als Online-Mentorin aktiv.
Online-Arbeitsplatz | Umzug ins neue Büro
Anfang 2017 sind wir umgezogen. In ein Haus. Mit mehr Platz. Eigentlich hatte ich den Plan, im Keller ein separates Videostudio einzurichten. Um mich nicht ständig mit der ganzen Technik umgeben zu müssen. Wir hatten einen guten Rechner und zwei ältere Bildschirme übrig. Damit baute ich im niedrigen Kellerraum (super für guten Ton) und mit alten IKEA-Regalen voller Bücher und Zeug (klasse für richtig guten Ton) mittels breitem blickdichtem Rollo als Hintergrund, Monitor- und Mikroarm und mehr … nach und nach ein kleines Videostudio. Eigentlich toll, denn ohne Tageslicht lässt sich das Thema Licht am einfachsten steuern.
Welches ich ehrlicherweise fast nur für die Aufnahmen meines damals noch existenten Podcasts benutzte. Doch ich bin ein Licht-Junkie. Und da unten ist es einfach … kalt. Und finster. Irgendwie „ab vom Schuss“. Der „Transport“ von Videos via USB-Stick über die Etagen erwies sich zusätzlich als heftig unkomfortabel. Also alles … doof. Und so saß ich doch meist im Büro für Videos. Damals waren es nur Videos und manchmal Live-Online-Workshops oder Webinare. Denn der Boom der Online-Welt kam ja erst 2020 mit Corona.
Als Zweites – nach dem zweiten Bildschirm samt Monitorarm – kam eine Soundbar ins Haus, die ich unter den Bildschirmen platzierte. Auf diese Weise strahlt der Ton zu mir aus, nicht jedoch in den Mikroeingang. Ich kann meine teilnehmenden hören, es gibt aber keinen Doppelton oder Rückkopplungen. So kann ich auf die Nutzung eines Headsets oder Earbuds verzichten, welche aus meiner Sicht wenig kommunikationsfördernd wirken, wenn sie aufgrund der Rahmenbedingungen verzichtbar sind.
Online-Arbeitsplatz | Arbeiten neu denken
Nach und nach arbeitete ich mich in die technischen Optionen und Entwicklungen ein. Daran habe ich richtig Spaß gefunden und das war mein Glück, als es mit Corona losging. Denn ich hatte … Ahnung und Erfahrung von etwas, wo viele noch komplett in der „alten“ Präsenz-Welt lebten. Mein Arbeitsplatz veränderte sich nach und nach. Zunächst kam zur Webcam ein externes Mikro hinzu. Da ich aus Podcaster-Zeiten noch ein Rode Podcaster samt Plopp-Filter hatte, setzte ich das in einen flexiblen Mikroarm samt „Spinne“. Das Ergebnis: es hing immer ins Kamerabild (was ich unmöglich finde) oder ich musste mich komisch verbiegen, was merkwürdig aussah und mein Rücken auch sehr merkwürdig fand.
Online-Arbeitsplatz | Guter Ton ist essenziell
Also brauchte ich eine Alternative. Doch mit Corona kam auch bei mir die Woche, in der ALLE im Kalender stehenden Präsenzaufträge ersatzlos storniert wurden. Es war gruselig. Diese Erfahrung wünsche ich niemandem, teile sie aber mit unglaublich vielen. Also habe ich sehr zügig mein Technik-Besteck erweitert. Es kamen mehrere USB-Mikrofone zum Einsatz, bis ich das für mich Richtige gefunden hatte. Das Samson Meteor (links) war mit oft empfohlen worden – für mich geht der Ton damit irgendwie so gar nicht. Außerdem konnte ich mich damit gar nicht bewegen, ohne dass der Ton merklich schlechter wurde.
Also kam im nächsten Schritt ein Krawatten- oder Lavaliermikrophon zum Einsatz. Auch hier habe ich zu Rode gegriffen, weil die wirklich von Onlinern geschätzt sind. Das wurde mittels Klinkenstecker in den Rechner gestöpselt und am Revers befestigt. Der Ton ist um Klassen besser – hier mein Video zum Mikrofontest. Doch bei 1,5 Metern Kabellänge ist für Bewegung auch noch nicht viel Spielraum … also kaufte ich eine 5-Meter-Verlängerung. Gaaaanz blöde Idee. Denn jetzt konnte ich mich zwar bewegen, doch ich konnte mich auch sehr schnell sehr intensiv … im Kabel verheddern. Denn wenn ich mich bewegen, denn eher … viel.
Online-Arbeitsplatz | Einsatz von Funktechnik
Ich wurde also langsam anspruchsvoller. Und so kamen erst das Rode wireless go (2er-Set) und ein Jahr später das Wireless Go II (3er-Set) ins Haus. Feine und für Einsteiger gut geeignete Funktechnik. Details dazu würden hier zu weit führen, doch so viel: Toller Ton, auch bewegt und über weite Entfernungen. Gut handhabbar und zuverlässig. Aber: Der Akku hält rund 4 – 5 Stunden. Das reicht also keinesfalls für ein Tagestraining. In jeder Pause muss das Ding unbedingt an das Ladekabel. Das erwies sich als recht … unpraktisch. Deswegen dann auch das Upgrade auf das wireless Go II, denn da sind 2 Sender dabei, sodass ich einen vormittags und den anderen nachmittags nutzen/ laden kann.Wer eine günstigere Alternative sucht, ist nach meinem Text mit dem Thomann The T-Bone 2 gut beraten.
Hier ist sie übrigens wieder, die „alte“ Logitech C920-Webcam. In einem Interview mit einer Kollegin. Du siehst am Bildschirm mein Script für das Interview hängen – damit ich immer vor Augen habe, welche Frage-Abfolge ich mir vorher überlegt habe.
Online-Arbeitsplatz | Es geht auch mal was schief…
Eines meiner großen Learnings in der Online-Welt ist, dass ich mich NIE wirklich auf die Technik verlassen kann. Immer wenn es drauf ankommt, hat mindestens ein Tool (Zoom, MS Teams, GoToMeeting, WebEx, Mentimeter, VoXr, Wordwall und wie sie alle heißen…) ein massives Update gemacht. Oder die Internetverbindung ist trotz echt fetter Datenleitung mal etwas schwächlich auf der Brust. Der Akku ist leer, das Kabel gebrochen (gottseidank bisher nur einmal passiert), die Brille dreckig oder das Rollo zum Aussperren der Sonne nicht heruntergefahren.So ist es mir in einem echt wichtigen Meeting mal passiert, dass ich meine Teilnehmenden gerade so mit letzter Kraft noch in den Zoom-Raum lassen konnte. Und dann … ging NIX mehr, außer der Übertragung. Ich durfte meine zauberschöne interaktive Präsentation vergessen und neu improvisieren. Echt – da habe ich Blut und Wasser geschwitzt, damit die Kunden nix merken. Wie gut, dass ich zeichnen kann … also habe ich das eine oder andere – herrlich analog – in die Kamera gehalten. War am Ende sehr witzig und kam gut an. Doch ich war … vollkommen fertig.
Online-Arbeitsplatz | Mein wichtigstes Learning
Wenn es wirklich wichtig ist, dann logge Dich mit einem Tablet als weiterem Teilnehmenden in Dein Online-Meeting ein und – wichtig! – mache Dich zum Co-Host und schalte den Ton aus. So hast Du: 1. Die Teilnehmenden-Ansicht in Sachen Bildschirmteilung oder anderer Features im Blick2. Du bleibst Herr im eigenen Meeting, weil Du als Co-Host noch agieren kannst, während Du Deinen Host-Zugang kurz aus- und wieder einloggst (Meeting verlassen, niemals „Meeting beenden“, denn dann sind alle rausgeflogen ;-).
So ungefähr sieht üblicherweise mein Schreibtisch aus. Du erkennst ganz links am Rand den türkisfarbenen Deckel meiner Weingummi-Dose – die Weingummis nutze ich, um meine Stimme zwischendrin mal zu befeuchten und den Spuckefluß für eine bessere Stimme zu stärken. Birnensaft ist dafür auch ideal. Dann habe ich mein eigenes Merchandising in Form eines meiner Bücher oder des Kartensets griffbereit. Zettel und Stift sowieso. Das Tablet als Kontrolle und Co-Host. Das Mikro liegt dort stellvertretend für alle eingesetzten Mikrofone. Die Dokumentenkamera (deren Bild Du auf dem linken Screen siehst), eine Tasse (damit man meine Fettfinder und Lippenstiftabdrücke nicht sieht in der Kamera, ein paar Marker und eine vorher geplante Aufteilung meiner Bildschirme mit abgekoppeltem Chat
Online-Arbeitsplatz | Gadgets + mehr
Erstmal ein sicher wertvoller Tipp für Dich: Meine Bezugsquellen. Folge dem Link und dann schau Dich um in meiner Technik-Welt. Ich habe – sauber getrennt nach Mikro, Marker und Webcam – offen zusammengeschrieben, welche Technik ich benutze. Ohne Affiliate-Links. Also Werbung aus Überzeugung.
Und jetzt noch ein paar weitere Gadgets, die neue Welten eröffnen:
- Elgato Greenscreen als Rollo-Version – siehe Foto links. Gibt es auch als RollUp – hiermit bekommst Du einen sehr gut nutzbaren und flexibel ausrollbaren grünen Hintergrund für virtuelle Hintergründe und Videoeffekte.
- Rode Videomic Go 2 – das USB-Standmikrofon, welches ich seit einiger Zeit fast nur noch nutze. Denn das sit so klasse, dass ich mich damit in meinem Radium sogar recht frei bewegen kann. Ohne Akkubeobachtung und Kabelgedöns.
- Neewer LED-Panels für richtig gute Beleuchtung. Ich habe mir die mit der App-Bedienbarkeit geleistet, so dass ich im Sitzen vor der Kamera mein Konterfei auf dem Bildschirm optimal ausleuchten kann, ohne Hilfe zu benötigen oder immer rumzurennen.
- Elgato Streamdeck als 15er – gibt es auch mit 8 oder 32 Tasten. Hierüber steuere ich beispielsweise Videos, Einspieler, kann Links öffnen, Musik oder Geräusche abspielen, Websites öffnen und
- Apple iPad 12,9 Pro – zum Zeichnen in Präsentationen oder einfache Demos für mich unverzichtbar, da es sich sehr einfach auch bei Zoom einbinden lässt.
- IPEVO V4K Pro Dokumentenkamera für das Aufsicht-Zeichnen, ein schnelles „BuchindieKamerahalten“, das Zeigen einer Stifthaltung oder auch zum Zeichnen, bei dem die Teilnehmende die Hände sehen können (beim iPad wird nur das gezeichnete angezeigt, die Dokumentenkamera hat mehr Erklärfilmcharakter)
- Elgato Pedal – ein Fußpedal, mit dem vorab mittels Stremdeck und Software eingerichtete befahle via Fußtaste bedient werden können.
Online-Arbeitsplatz | Mein Setting im Komplettüberblick
2 Bildschirme 27 Zoll von Iyama (demnächst vermutlich nur noch einer als „Curved“ mit 124 cm Breite) auf Monitorhalter
1 Tablet Samsung Galaxy Tab 7 (als Co-Host eingeloggt und als Kontrollbildschirm für die Teilnehmendensicht fungierend)
1 Standmikro Rode VideoMic Go II (für sitzende + stehende Position)1 Funkmikro Rode Wireless Go II (für bewegte Bilder vom Flipchart – das steht rechts von mir)1 Funkmikro Wireless Go (ich nutze immer das, was gerade geladen ist…kicher)1 Funkmikro Thomann The T-Bone 2 (die preisbewusstere Variante zum Wireless go)1 USB-Mikro Samson Meteor1 USB-Hub Anker aktiv mit 12 Steckplätzen3 Kameras auf dem Bildschirm (1 x Logitech Brio Stream, 1 x Logitech C920, 1 x Anker ConfCam 300)2 Dokumentenkameras (1 x IPEVO V4K und einmal V4K Pro – eine auf Deskhöhe, eine auf einer Kiste ca. 20 cm höher für bessere Aufsichten)1 Kamera auf Schwanenhals mit Ausblick aufs Flipchart (1 x Logitech Brio Stream)1 iPad 12,9 pro fürs digitale Zeichnen über Zoom/ Airdrop1 Elgato Streamdeck 15er für Links, Einspieler, Videos, Töne, Musik, OBS-Bedienung1 Elgato Pedal für freie Hände – für Screenshots, Applaus u.a.3 x Neewer LED-Panels mit App-Bedienung für rundum gute Ausleuchtung – plus 1 Stehlampe für indirekte Beleuchtung (für informellere Meetings ausreichend)1 Soundbar von Lenrue für Tonausgang, damit ich ohne Headset/ InEars arbeiten kann
1 Smartphone Samsung Note 10 für Fotos, Filme, Screenshots und zur App-Bedienung der Elgatos oder als Kontrollbildschirm1 motivierte und technikaffine Moderatorin, die sich auf jedes Meeting intensiv vorbereitet und doch manchmal Patzer ausmerzen muss. Denn Updates, Strom- und Internetschwankungen und die menschliche Psyche sind einfach unplanbar 😉














