Kompliment…

Bettina Schöbitz 2013

Aktualisiert am

Klingt irgendwie altmodisch, das Wort „Kompliment„. Doch ist es das wirklich? Machen tatsächlich nur alte Männer jungen Damen Komplimente, die diese mit zartem Erröten beantworten? Nein. Ein kurzer Tewwt von HeikeHolz inspirierte mich heute spontan zu diesem Blogpost.

Komplimente gehören zum Alltag. Sie machen ihn ein Stückchen besser. Komplimente sind eine wohlwollend-positive Äußerung gegenüber einer anderen Person. Sie erkennen Merkmale, Leistungen oder Fähigkeiten an. Ein Kompliment zu erhalten bedeutet also: Jemand hat sich mit mir beschäftigt. Und dabei etwas wahrgenommen, was ihm an mir gefällt. Demnach kann schon ein „geneigter Blick“ ein – unausgesprochenes – Kompliment sein. Doch auch ein verbal formuliertes Kompliment kommt an….

Was geschieht bei einem Kompliment?

Zwei Menschen befinden sich zum Zeitpunkt eines Kompliments auf einer emotionalen Wellenlänge. Es entsteht „emotionale Resonanz“ der beiden Beteiligten, die diesen ein gutes Gefühl vermittelt. Ein Kompliment schafft also eine gemeinsame Basis – vorausgesetzt, es ist ehrlich gemeint. Früher wurde oft das Wort Kompliment genutzt, heute ist auch das von Jugendliche gerne verwendete „Respekt!“ eine Form des Komplimentes. Oft inflationär gebraucht und dennoch wirksam. Denn es kommt aus dem Inneren und dient keinem direkten Zweck – sondern eben der Harmonisierung einer Beziehung.

Dass es funktioniert zeigen die amerikanischen Kaufhäuser. Jede Verkaufskraft strahlt uns dort mit einem „Oh, you´re looking great today!“ an. Und auch wenn wir wissen, dass es gar nciht ernst gemeint sein kann, so hebt es doch unsere Laune. Und genau das schafft das Kompliment: 

Positive Gesprächsatmosphäre

Wer ein Kompliment sendet – ob verbal oder nonverbal – beweist mit einem direkten Blick in die Augen des Empfängers, dass er es ernst meint. Denn nur ernst gemeinste Komplimente erhellen unsere Seele. Und echte Komplimente verfolgen einzig den Zweck, unser Zusammenleben angenehmer zu gestalten und dem Anderen den Tag zu verschönern.

Frau Schöbitz im Café

Ich saß am letzten Sonntag mit meinem Mann in einem Kaffee. Nebenan ein dynamischer 50er mit Jeans und Turnschuhen sowie modischer Brille. Er war sichtlich nervös – es war klar: Er wartet auf jemanden. Und dann kam SIE. Spontan sagte ich zu meinem Mann: „Na, die Dame war ja wohl auch das Warten wert!“ – es setzte sich eine außergewöhnlich hübsche Dame an den Nebentisch. Ehrlich: Ich musste immer wieder mal zu ihr hinüberschauen, weil sie so ausnehmend attraktiv war: Blond-gesträhnter Kurzhaarschnitt, knackige Figur und modische, doch nicht übertrieben jugendliche Klamotten. Für mich einfach eine perfekte Mischung.

Nachdem wir gezahlt hatten, nahm ich meinen Mut zusammen – immerhin war die Frau mir vollkommen fremd. Doch ich selbst hatte Gleiches vor einigen Jahren erlebt und wußte, wie gut es tut (Videopodcast zu meiner persönlichen Geschichte). Ich sprach Sie an: „Es mag Ihnen ungewöhnlich erscheinen, doch ich muss das einfach loswerden. Ich finde, Sie sind eine wirklich attraktive Person – tolle Figur, schickes Styling. Das wollte ich Ihnen schnell noch sagen…“. Sie hätten das Strahlen in ihrem Gesicht sehen sollen. Sie umarmte mich spontan und sagte: „Ach, wie wunderbar. Sowas hört man mit über 50 doch nur noch äußerst selten. Und dann noch von einer Frau!“

Wir beide lächelten uns an und das wars…für uns beide war der Tag danach ein bißchen schöner.

Umgang mit Komplimenten

Eine traurige Eigenschaft, gerade von Frauen, ist es, erhaltene Komplimente abzuwerten. Da sagt jemand: „Oh, was für ein tolles Kleid Du trägst“ und sie antwortet: „Ach, dass war ganz billig und ist schon aus 2012!“. Wir sind es kaum mehr gewohnt, mit Komplimenten angemessen umzugehen – also machen wir sie klein. Doch das ist inhaltlich respektlos, denn es straft ja quasi den Komplimente-Geber Lügen. Wertschätzend ist, sich mit einem Lächeln für das Kompliment zu bedanken – und es, wenn es in angemessener Form möglich ist, „zurückzugeben“.

Komplimente machen glücklich

Wer Komplimente macht, hat mehr vom Leben. Denn wer Komplimente machen möchte, der schaut im Leben etwas genauer hin: Wo gibt es Dinge, die ein Kompliment wert sind? Er richtet seinen Fokus auf die Dinge, die ihm gefallen oder Dinge, die ihm gut tun. Wer dann noch den Mut hat, diese anzusprechen – im Optimalfall gegenüber dem „Verursacher“ – der hat einen großen Schritt in Richtung eigenes Wohlbefinden und Lebensfreude getan. Denn er sieht das Gute in der Welt und agiert positiv. Er überschreitet lächelnd Grenzen gegenüber anderen Menschen. Das und erweitert seinen Aktionsradius und stärkt das Selbstvertrauen.

Fassen Sie es in Worte…

Also: Wofür haben Sie heute schon ein Kompliment gemacht? Für eine tolle Leistung, einen schön gedeckten Tisch oder ein offenes Ohr? Für eine neue Frisur, ein strahlendes Lächeln oder einen liebevollen Gefallen?

Stellen Sie Ihre Sinne auf „Wahrnehmung“ und sprechen Sie aus, was Ihr Gemüt positiv bewegt – der Empfänger und Sie selbst werden einen schöneren Tag haben.

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