Sind Sie noch Vorgesetzter – oder schon ein Leader?

Wer Menschen führt, trägt Verantwortung. Für Unternehmensziele, die eigene Person und ihm anvertraute Mitarbeiter. Doch noch viel zu oft haben wir es mit so genannten Vorgesetzten zu tun – also Personen, die anderen VOR die Nase GESETZT wurden. Weit erfolgreicher sind hingegen Führungskräfte, die einen anderen Blickwinkel auf ihre Aufgabe haben: Sie führen Menschen zielgerichtet und holen, wenn sie ihren Job gut machen, das Beste aus ihnen heraus. Was wir für unsere wirtschaftliche und menschliche Zukunft also wirklich brauchen, sind Leader. Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen, die fachlich und sozial kompetent sind und die die Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Entscheidungen tragen.

In die Schlacht geführt

In grauer Vorzeit gab es mutige Menschen, die im Kampf um Landgewinne ihre Truppen in die Schlacht geführt haben. Echte Anführer, die mit vollem Risiko an der Spitze ihrer Einheit in Richtung Feind ritten – und dabei ihr eigenes Leben bewusst riskiert haben. Sie waren ausgezeichnete Leader, denen die Truppe „blind“ gefolgt sind – weil sie charismatisch waren, eine starke Reputation aus vorangegangenen Kämpfen mitbrachten und zum Reichtum des eigenen Volkes reichlich Beiträge geleistet hatten.

Zudem hatten sie den Respekt ihrer Truppen, weil sie die Kampfstrategie entwickelten und ihre Mannen vor der Schlacht auf den Sinn des ganzen Unterfangens einschworen. Gemeinsam wurden am Ende die Toten respektvoll beerdigt und die gewonnene Schlacht gefeiert. Auf Augenhöhe. Unter Gleichen. Die Truppe akzeptierte einen Befehl von diesem Anführer – weil das gemeinsame Ziel klar war. In dem Bewusstsein, dass nur gemeinsam ein Weg zu dessen Erreichung führte.

Am Gängelband geführt

Irgendwann kam die Industrialisierung. Mit Henry Ford entstanden die ersten Fabriken mit Fließbändern. Hier ging es um etwas anderes: Er wollte seinen Arbeitern durch hohe Stückzahlen und somit sinkende Preise den Kauf eines eigenen Autos ermöglichen. Eine gute Idee – mit bösen Folgen…

Denn plötzlich ging es darum, möglichst schnell große Stückzahlen von hoher Qualität zu produzieren, indem Menschen immer wieder gleiche Handbewegungen ausführten und so ihr Tempo ins unermessliche steigern konnten. Mit dem Nachteil, dass der Bezug zum fertigen Produkt immer mehr verloren ging. Weil jeder nur noch stumpf sein Pensum abarbeitet, ohne den Sinn der Tätigkeit – also seinen Anteil am Ganzen – noch im Blick zu haben. Diese Art der Arbeit hat Menschen ausgelaugt, weil immer gleiche Handgriffe eine einseitige Körperbelastung bedeuteten und weil das Hirn der Mitarbeiter zunehmend zum „Stillsein“ verdammt wurde. Arbeit wurde stumpf und zum reinen Broterwerb.

In den BurnOut geführt

Wo Menschen sich wenig beachtet und wertgeschätzt fühlen, werden sie krank. Wir Menschen sind so angelegt, dass wir von der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen abhängig sind….ob Familie, Partnerschaft, Freundeskreis oder Arbeitskollegen. Wir brauchen einen Sinn in unserem Tun. Die einen mehr, die anderen weniger.

Dann gibt es da noch den Zeitdruck – in wirtschaftlich schwachen Zeiten sind Überstunden und Mehrarbeit an der Tagesordnung. Menschen werden bis an ihre Belastungsgrenzen geführt. Oder sie überfordern sich selbst. Aus Angst um den Arbeitsplatz.

Dabei sind psychische Erkrankungen wie Depressionen oder deren „Vorstufe“ BurnOut so massiv auf dem Vormarsch, dass sie schon jetzt für manchen Arbeitgeber (zu) teuer und im nächsten Schritt auch existenzgefährdend sind. Für die Mitarbeiter bedeutet es lange und schwere Krankheit, denn die Folgen der Symptome sind vielfältig und teils sehr nachhaltig. Und – im Gegensatz zu einem Beinbruch – äußerlich eben NICHT erkennbar.

In die Zukunft geführt

Wer als Führungskraft in naher Zukunft erfolgreich sein will, tut gut daran, kritisch auf seinen Führungsstil zu schauen: Wer sich als Vorgesetzter versteht, übt eine Machtposition aus, die Menschen in Angst und Ehrfurcht versetzt. Hier findet Führung „von oben nach unten“ statt. Widerspruch unerwünscht. Mitdenken = Teufelzeug. Der Boss steht über allem und wird niemals angezweifelt. Doch Achtung: Mit diesem Führungsstil sind Sie schon bald „raus“, weil Mitarbeiter das künftig in keiner Weise mehr hinnehmen werden. Stichworte sind hier #Fachkräftemangel  und #Demographie (mehr dazu gerne in meinen Vorträgen zu diesen Themen).

Wer hingegen auf Augenhöhe führt und Mitarbeiter in ihrer Persönlichkeit, ihren Potentialen und Kompetenzen anerkennt, der findet Resonanz in der Motivation seines Teams. Der kann auf Mitarbeiter setzen, die ihm loyal zur Seite stehen und die gemeinsame Ziele erreichen wollen. Der erlebt sein Team, welches gemeinsam Projekte angeht und diskutiert – und sich dann auf den Weg zum Ziel macht. Weil es sich für alle lohnt.

Dann ist Arbeit erfüllend und sinnstiftend

Für ein faires Miteinander in einer engagierten sozialen Gruppe geben wir eine Menge: Zeit. Energie.Kreativität. Ein echter Leader versteht es, Menschen „sein“ zu lassen in ihrer individuellen Persönlichkeit. Und diese Individualitäten optimal zu Teams zu formieren. So dass jeder seine Stärken einbringen kann und in seinen Schwächen gestärkt wird. Ein echter Leader kommuniziert klar, konkret und – im positiven Sinn der Augenhöhe – respektvoll.

7 Stärken, die echte Leader auszeichnen:

– Sie führen Menschen mit Fokus auf den SINN von Aufgaben und Entscheidungen
– Sie entzünden und schüren die Begeisterung für gemeinsame Ziele
– Sie schaffen Beteiligte, statt Betroffener
– Sie fördern Beziehungen zwischen Teams, Unternehmen und Menschen
– Sie stärken Bindungen zu ihren Mitarbeitern und in ihrem Team
– Sie verstehen Spaß und führen mit Humor
– Sie sind menschlich nahbar, zeigen sich fehlbar und stehen für ihre Fehler ein

 

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Mit dem Menschenmagneten R³ vermittele ich Persönlichkeiten in Unternehmen eine Haltung, die anziehend auf Menschen wirkt - vom Kunden bis zum Mitarbeiter. Mit den drei Werten Reputation | Respekt | ROI erreichen zukunftsorientierte Unternehmen mit meiner Unterstützung eine neue Stufe zum Erfolg.

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