Warum die Diskussion um den Mindestlohn mich echt aufregt…

Bettina wütend

Und weil die Unternehmen ja ach so arm dran sind, möchten sie jetzt den Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, indem sie den gerade erst eingeführten Mindestlohn schon wieder in Frage stellen…

Falsche Diskussion

Gerade heute morgen stand in meiner Tageszeitung wieder ein Satz, dass wir den Flüchtlingen den Zugang prima über den personell ach so unterbesetzten Niedriglohnsektor eröffnen könnten. Doch dafür bräuchten die Unternehmen eben einen Wegfalls des Mindestlohns für diese potentiellen Arbeitskräfte. Hey, Leute – das macht mich wirklich wütend. Denn warum sollen die geflüchteten Menschen in Euren Augen immer nur „ganz unten“ anfangen – im Niedriglohnsektor? Weil da die Arbeit ist? Die für das Geld, welches Ihr anbietet, hier niemand sonst machen möchte? Ja, die Arbeit ist da – doch Ihr wollt keinen angemessenen Preis dafür bezahlen. So sieht es doch aus!

Geld = Energie

Eine angemessene Bezahlung für gute Arbeit ist ein Zeichen von Wertschätzung. Ja, auch die einfachen Jobs müssen gemacht werden. Doch warum immer „billig“ und „noch billiger“? Wie kann es sein, das in einem reichen Land wie unserem immer mehr Menschen im Niedriglohnsektor zwei und drei Jobs annehmen und bis zum Umfallen buckeln müssen, nur um ihren Lebensunterhalt ansatzweise zu finanzieren? Wie kann es sein, dass die teils wirklich hohe Qualifikation von Flüchtlingen missachtet wird – und sie mit Praktika und Billigjobs in den Arbeitsmarkt gelockt werden sollen?

Mindestlohn ist Hungerlohn

Verdammt nochmal: 8,50 € die Stunde sind verdammt wenig Geld. Selbst Eurer Putzfrau zahlt Ihr freiwillig mehr, damit sie Euch den Dreck wegmacht. Wer für 8,50 € die Stunde (brutto!!!) arbeitet, kommt bei einer 40-Stunden-Woche auf gerade mal auf 1.360 €. Brutto. Nach allen Abzügen bleibt da oft weniger als der Hartz IV-Satz. Eine Familie versorgen kann man davon jedenfalls nicht.

Und selbst wer es schafft, 60 bezahlte Stunden in eine Woche zu koordinieren, dem bleiben am Ende vielleicht 1.450 € netto – dafür ist der- oder diejenige aber vermutlich kaum mehr zu Hause und kann sich um die Familie keinesfalls angemessen kümmern. Und dann beschweren sich die Leute, dass die Kinder keine Regeln gelernt haben und vernachlässigt wurden.

Respekt vor der Arbeit

Warum also soll ein Arzt oder Informatiker aus Eritrea oder eine Krankenpflegerin aus Syrien NOCH weniger verdienen? Weil sie unsere Sprache noch nicht perfekt spricht? Weil sie unsere Denkweise im deutschen Gesundheitssystem noch nicht verinnerlicht hat, wo wir aus Ertragsgründen lieber operieren, statt einen Bruch konventionell (und viel schonender und preiswerter) heilen zu lassen? Verdammt – das sind Menschen, denen wir so schnell wie möglich Chancen eröffnen sollten, sich selbst zu versorgen, statt der Allgemeinheit auf der Tasche liegen zu müssen. Das ist nämlich demütigend für die Einen und teuer für die Anderen. Und das alles nur, damit einige Unternehmen NOCH mehr Geld verdienen können?

Was wir dringend brauchen…

  • Das ist allem voran wieder mehr Wertschätzung für gute Arbeit.
  • Einen Verdienst, der den Menschen im Rahmen von rund 50 Stunden pro Woche ein angemessenes Überleben sichert – und der den familiären Zusammenhalt möglich macht
  • Eine Politik, die den Menschen wieder stärkt, statt der Industrie und den Unternehmen die Stange zu halten
  • Ein bewussteres Miteinander – auch über kulturelle Grenzen hinaus. Angst entsteht aus Unwissenheit. Also gehen Sie doch einfach mal auf fremde Menschen zu…sie beißen nicht. Ein Lächeln schafft Verbindungen und Andersartigkeit kann auch als Bereicherung betrachtet werden
  • Die Klarheit, dass wir uns künftig ALLE weniger werden leisten können oder wollen – und dafür mehr Raum für Menschlichkeit gewinnen können
  • Das Bewusstsein, dass Geiz alles andere ist, als geil. Dass Geiz zur Verarmung der Einen führt, während die andere immer reicher werden…
  • Die Bereitschaft, auch mal selbst zuzupacken oder zu teilen, wenn Menschen (Lern-)bedarf haben – in Sachen Sprache, Werte, Benehmen oder grundlegendes Lebensumfeld

Denn wer neu nach Deutschland kommt, der erlebt einen Kulturschock. Der weiß keinesfalls, wie das bei uns mit der Mülltrennung funktioniert oder wie die Formulare der verschiedenen Ämter auszufüllen sind. Und der hat – neben allen Aufgaben des Alltags – noch etwas ganz anderes zu verdauen: Den Verlust seiner Heimat. Das Zurücklassen der Familie und damit verbunden eine große Unsicherheit und schlimme Ängste. Traumata aus Erlebnisses „daheim“, die die Nächte zur Hölle machen können.

Und da diskutieren wir die Notwendigkeit des Mindestlohns? Nicht mit mir!

Meine Mission ist, Menschen auf Bühnen und im Business zu einem begeisternden und authentischen Auftreten zu ermutigen. Mit dem #WOWFaktor - dem Plus an ehrlicher #Wertschätzung.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der wahre Grund, warum die Grenzen 2015 geöffnet wurden und bisher nicht wieder geschlossen, ist nicht Humanität oder Flüchtlingshilfe. Es ist gewollt, dass „billige Lohnsklaven „, nämlich unter Mindestlohn Arbeitende, zu uns kommen, um den Profit der Unternehmen zu steigern.

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