Unternehmenskultur: Mehr Schein, als Sein?

Yomaro Düsseldorf

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Haben Sie schon mal ein Geschäft oder eine Firma betreten und sofort gespürt: Wow – hier bin ich willkommen. Hier werde ich ernst genommen. Hier haben die Menschen Spaß am Tun.

Und zwar lange, bevor Sie einen direkten Kontakt zu diesen Mitarbeitern hatten? Das ging mir im letzten Jahr so, als ich meinen ersten Frozen Yoghurt bei Yomaro in Düsseldorf kaufte. Ich habe mich als Kunde so wertschätzend behandelt gefühlt, dass ich dazu sogar ein Interview mit dem Inhaber führte und einen Blogpost schrieb. Um Anderen davon zu berichten, was für einen tollen Laden es da neuerdings gibt…

Perspektivwechsel in Unternehmen steht an…

Zu oft passiert es genau anders herum: Unternehmen halten sich für besser, als ihr wirklicher Ruf rechtfertigt. Sie wundern sich über mangelnde Bewerberzahlen, ausbleibende Kunden und ruhen sich auf längst verwelkten Lorbeeren aus. Sie haben den Blick dafür verloren, was Kunden und Mitarbeiter wirklich brauchen. Das Faszinierende daran: Kunden oder Bewerber spüren sofort den „Spirit“, den ein Unternehmen ausstrahlt. Doch wer selbst schon lange Jahre im Unternehmen ist, wird dafür gerne schon mal „betriebsblind“. Da werden unhygienische Zustände, barsche Telefonistinnen, mangelnde Zuverlässigkeiten oder ein rauher Umgangston vor Kunden geduldet – ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein. Klar, dass Kunden und Bewerber sich da auf dem Absatz umdrehen, oder?

Doch wo die zahlungskräftigen Käufer weniger werden – das ist aufgrund der Demographie in Deutschland massiv der Fall – nutzen die Menschen aktiver ihr Recht auf freie Auswahl in einem vielfältigen Markt. Sie sind dank Internet & Co. aufgeklärte Verbraucher, die sich frei entscheiden. Sie sind Mitarbeiter die wissen, was sie zukünftig wert sind.

Und genau dafür wollen sie die Wertschätzung der Unternehmen spüren. Sie wollen mehr, als nur „zufrieden gestellt“ werden. Sie wollen Begeisterung, Spaß im Leben und Sinn im Tun. Sie wollen individuellen und persönlichen Service, Verlässlichkeit und angemessene Bezahlung. Sie wollen keine Demotivation, sondern Teil eines engagierten Teams sein. Doch irgendwie haben viele Unternehmen in den „fetten Jahren“ des Überschusses vergessen, wie sie genau das schaffen.

Haben Sie die Zeichen der Zeit erkannt?

Motivation kommt aus den Menschen selbst. Demotivation wird von unsicheren Führungskräften in Unternehmen produziert. Doch Menschen sind es wert, dass wir sie in ihrem Wert schätzen. Unternehmenskultur mit Anziehungskraft entsteht aus Achtsamkeit im Umgang, Toleranz für Andersartigkeit, gemeinsamen Zielen und dem echten Respekt vor dem Anderen.

Bewerber werden Mangelware

Schon jetzt klagen Handwerk, Ingenieure und Medizin über Fachkräftemangel. Doch das Problem ist hausgemacht – durch einen Mangel an Wertschätzung und einen Überschuss an Arroganz. Die Zeiten, in denen sich deutsche Unternehmen das leisten konnten, sind vorbei. Fakt ist: Wir Deutschen werden weniger und älter. Also ist es an der Zeit, die eigenen Ansprüche kritisch unter die Lupe zu nehmen und die unternehmerische Anziehungskraft auf Menschen gezielt zu erhöhen. Und dabei auch mal auf die derzeit kontrovers diskutierten „Zuwanderer“ und die älteren Arbeitsnehmer zu schauen, wie es Handwerkspräsident Hans-Peter Wollseifer unlängst tat. Denn da schlummern echte Potentiale.

Ziehen Sie die Schuhe der Kunden an…

Wie Sie das schaffen?  Sehen Sie bewusst einmal mit den Augen der Kunden und Mitarbeiter auf die eigene Unternehmung:

  • Wie wird sie aus anderen Blickwinkeln wahrgenommen?
  • Welche Bedürfnisse und Wünsche haben die Menschen, für die und mit denen wur arbeiten?
  • Welche Entwicklungen und Tendenzen gibt es am Markt ?
  • Welche Rahmenbedingungen wirken abstoßend auf Menschen? Und welche anziehend?
  • Wie kann ich meine Mitarbeiter und Kunden für mein Unternehmen begeistern?
  • Welche Menschen passen zu uns und würden unsere Unternehmenskultur fördern?
  • Wie tolerant gehen wir miteinander und mit unseren Fehlern um?

Die Zahl der Fragen ließe sich beliebig erweitern. Und doch ist jede Frage an sich schon ein Gewinn, wenn sie gestellt, beantwortet und aus ihr gelernt wird. Stellen Sie Ihre Strukturen und Organisationsabläufe auf eine ehrliche Bewährungsprobe. Fragen Sie Menschen, wie Ihre Firma „wirkt“. Und dann hören Sie einfach zu, statt zu erklären oder sich zu verteidigen.

Verstehen Sie die Rückmeldung als ein wertvolles „Geschenk“. Sie müssen die Meinung ja nicht teilen, doch Zuhören zeugt von Respekt – und bietet für Sie wertvolle Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung in Richtung auf eine anziehendere Unternehmenskultur.

 

 

Meine Mission ist, Menschen auf Bühnen und im Business zu einem begeisternden und authentischen Auftreten zu ermutigen. Mit dem #WOWFaktor - dem Plus an ehrlicher #Wertschätzung.

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