Unternehmenskultur entscheidet

Was für Menschen gilt, gilt allerdings auch für Unternehmen. Wir merken sehr schnell, ob wir uns "willkommen" fühlen sollen und dürfen. Oder ob wir einfach nur als lästiger Bittsteller wahrgenommen und behandelt werden. Doch genau wie Menschen besitzen auch Unternehmen ihre "Persönlichkeit". Oft wird diese mit der Person an der Spitze des Unternehmens gleichgesetzt. Doch die Unternehmenspersönlichkeit ist viel mehr als das. Sie setzt sich aus verschiedensten Faktoren zusammen, über die wir selten nachdenken. Lassen Sie uns doch gerade gedanklich mal gemeinsam die Empfangshalle eines beliebigen Hotels betreten... ...wie hell und freundlich ist dieser Raum gestaltet? ...wie riecht es dort und wie sauber ist es? ...können wir uns leicht orientieren? ...sind Mitarbeiter als solche erkennbar? ...wie schnell kümmert sich jemand um unser Anliegen? ...stehen frische Blumen auf dem Tresen? ...sind Tonfall, Sprechtempo, Sprachmelodie der Mitarbeiter angenehm und einladend? ...begegnen die Menschen uns mit einem Lächeln? Lächeln auch die anderen Gäste? ...hört uns jemand wirklich zu? Unternehmenskultur: Fühlen wir uns wohl und willkommen? Sie merken schon - es kommt auf viele Details an. Denn wir haben ständig alle fünf Sinne auf Empfang. Wir hören, sehen, riechen, schmecken und fühlen bei der Begrüßung, ob wir willkommen sind. Also mal Hand aufs Herz: Wie duftet es an Ihrem Empfang? Wie werden potentielle Kunden begrüßt? Wie gepflegt sind Ihre (Kunden-)Waschräume? Wie gehen Sie mit Reklamationen um? Wie behandeln Sie Bewerber? Grüßen Höhergestellte auch die "einfachen" Mitarbeiter? Immerhin wirkt alles das…

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Warum die Diskussion um den Mindestlohn mich echt aufregt…

Und weil die Unternehmen ja ach so arm dran sind, möchten sie jetzt den Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern, indem sie den gerade erst eingeführten Mindestlohn schon wieder in Frage stellen... Falsche Diskussion Gerade heute morgen stand in meiner Tageszeitung wieder ein Satz, dass wir den Flüchtlingen den Zugang prima über den personell ach so unterbesetzten Niedriglohnsektor eröffnen könnten. Doch dafür bräuchten die Unternehmen eben einen Wegfalls des Mindestlohns für diese potentiellen Arbeitskräfte. Hey, Leute - das macht mich wirklich wütend. Denn warum sollen die geflüchteten Menschen in Euren Augen immer nur "ganz unten" anfangen - im Niedriglohnsektor? Weil da die Arbeit ist? Die für das Geld, welches Ihr anbietet, hier niemand sonst machen möchte? Ja, die Arbeit ist da - doch Ihr wollt keinen angemessenen Preis dafür bezahlen. So sieht es doch aus! Geld = Energie Eine angemessene Bezahlung für gute Arbeit ist ein Zeichen von Wertschätzung. Ja, auch die einfachen Jobs müssen gemacht werden. Doch warum immer "billig" und "noch billiger"? Wie kann es sein, das in einem reichen Land wie unserem immer mehr Menschen im Niedriglohnsektor zwei und drei Jobs annehmen und bis zum Umfallen buckeln müssen, nur um ihren Lebensunterhalt ansatzweise zu finanzieren? Wie kann es sein, dass die teils wirklich hohe Qualifikation von Flüchtlingen missachtet wird - und sie mit Praktika und Billigjobs in den Arbeitsmarkt gelockt werden sollen? Mindestlohn ist Hungerlohn Verdammt nochmal: 8,50…

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Angst vor NSA? Dann meiden Sie Friseursalons!

Denn neben mir saß - im über Mittag leeren Salon - eine Kundin unter der Wärmehaube. Die wohlverteilten Alufolienpakete auf ihrem Kopf zeigten: Hier gibt es offenbar frische Strähnchen ins Haar. Und weil die Wartezeit in der Wärme eben eine Zeit dauert, telefonierte sie. Mit Karsten... Schonungslose Offenheit Derweil saß ich - mit Wimpernfarbe und Wattepads auf den Lidern - wenige Meter weiter "entspannt" in meinem Stuhl. Für ganze 15 Minuten. Es war unvermeidlich, dem Gespräch zu lauschen. Denn es war laut. Sehr laut. Jedes Wort deutlich vernehmbar. Darunter so gut wie keine Information, die für fremde Ohren bestimmt gewesen sein dürfte. Die Dame hat offenbar einen noch recht neuen Freund. Nennen wir ihn Berthold. Der hat zwei Kinder. Und ein Haus. Und eine zukünftige Ex namens Elke. Schwupps, da wußte ich schon weit mehr, als ich je wissen wollte... Dreiecksbeziehung Berthold lebt in Scheidung von Elke. Beide bewohnen ein 400 m²-Haus, welches aktuell in "Oben" - dort wohnt Elke - und "Unten" - dort wohnt Berthold, geteilt wurde. "Wie bescheuert ist DAS denn? Das funktioniert nie!", grummelte die Kundin. Karsten atmete beschwichtigend. Sie:"Der ist ja so dämlich zu glauben, er könne das Haus - gerade mal zwei Jahre alt - auf Dauer halten. Er soll die Hütte doch besser der blöden Ziege (damit war Elke gemeint) überlassen. Soll die doch damit klarkommen". Karsten räusperte sich - zu Wort kam er nicht. "Die dumme Kuh hat sich sogar…

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Man muss…

Sie sitzen am Schreibtisch und sagen zu Ihrem Partner: "Man müsste endlich mal eine Lösung dafür finden, wie man mit 24 Stunden am Tag besser auskommen kann." Was passiert in diesem Moment? Sie beklagen etwas, das Ihnen missfällt - und delegieren die Lösung Ihres Problems an eine Person namens "man". Komisch nur, dass sich da niemand angesprochen fühlt, oder? Das Wort "man" ist eine Verallgemeinerung. Was für Aussagen wie: "In Mexiko wird Spanisch gesprochen" durchaus zutrifft, bedeutet in Bezug auf anstehende Entscheidungen, dass wir uns geschickt aus der Verantwortung stehlen. Indem wir sie an "man" delegieren. Und weil es "man" nicht gibt, bleiben die Lösung ungefunden und die Aufgabe ungetan. Wer also ist "man"? Geben Sie "man" künftig immer einen Namen und Sie werden zufriedener durch Ihren Alltag gehen. Klare Kommunikation schafft Zuständigkeiten. Weil es keine unverantwortlichen Man-Aufgaben mehr gibt, die Sie ja irgendwie doch drücken. Muss man? Sie sitzen in einem Meeting. Ein Kollge macht einen neuen Vorschlag, der Ihren Fachbereich betrifft. Hier kommt also eventuell Arbeit auf Sie zu. Ihre Antwort auf die Frage: "Und - was sagen Sie dazu?" lautet folglich: "Gute Idee. Das könnte man so machen!" Damit wollen Sie erreichen, dass der Kelch der Aufgabenstellung an Ihnen vorüber geht. Doch wird das gelingen? Die Folge ist oft, das Ihnen jemand konkret den Job zuschustert. Und was passiert jetzt? Sie MÜSSEN ihn machen - und es war keineswegs Ihre freie Entscheidung.…

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Kündigung – mit Respekt

Montagmorgen dann wurden nacheinander meine Mitarbeiter zur Geschäftsleitung berufen und kehrten sehr still zurück. Sie sprachen kein Wort - doch ihre Gesichter sprachen Bände: Sylvie, Lars, Andrea  und die anderen...waren ganz offensichtlich - gekündigt worden. Zuletzt kam wurde ich in den Besprechungsraum gebeten. Ich betrat das Zimmer und sah in vier betretene Gesichter. Kein langes Vorgeplänkel: Man legte mir einen Aufhebungsvertrag vor, den ich hier und sofort unterschreiben solle. Ich bat mir 12 Stunden Bedenkzeit aus. Diese wurden abgelehnt, ich wurde per sofort "freigestellt". Vor der Türe erwartete mich ein Praktikant, der mich zu meinem Schreibtisch geleitete, um meine Sachen zu packen. Er half mir, den Karton in die Tiefgarage zu tragen und nahm wir vor dem Garagentor Schlüssel und Zugangskarten ab. Das wars.... Kündigung ohne Wertschätzung hinterlässt tiefe Wunden Diese respektlose Art der Freisetzung hat mich sehr viel gekostet. Sie war Auslöser einer schweren Sinnkrise in meinem Leben. Ich hatte das Gefühl, dass alle in das Unternehmen investierte Energie wertlos gewesen sei - weil man mich im Rahmen der Freisetzung so bar jeder Wertschätzung behandelt hatte. So läuft eine kultivierte Kündigung ganz sicher nicht ab... Ich weiß heute, dass dieser "harte Schnitt" seitens des Unternehmens damals wohl auf der Hilflosigkeit der mit einer solchen Situation noch unerfahrenen Personen auf der anderen Seite des Schreibtisches basierte. Doch die Wunden sitzen auch heute noch tief - denn mein Selbstbewusstsein, mich danach…

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Kunde oder Telefon: Prioritäten setzen

...schellte sein Mobiltelefon. Ja, Sie haben richtig vermutet: Der Verkäufer schaute mich kurz bittend an. Und griff auch schon zum Telefon. Es folgten ein Blick aufs Display und ein: "Sorry, da muss ich rangehen!" Was folgte? Ein Telefonat mit der Gattin - durchaus wortgewaltig, wie zu hören war. Es ging um den gemeinsamen Nachwuchs. Und ich? Schrumpfte merklich zusammen... Warum ist die Frau im Plastikkästchen plötzlich mehr Wertschätzung wert, als die Frau im Kostüm vor ihm?  Das ist einfach ungehörig. Weil die Neugierde in Bezug auf den Anrufer größer ist, als der Respekt gegenüber dem lebendigen Kunden. Die eigene Angst, etwas zu verpassen, ist bei einigen Menschen offenbar so groß, dass sie alles gute Benehmen vergessen. Die grimmige Gattin kann man(n) nach dem Kundengespräch in stiller Minute zurückrufen - die moderne Technik machts möglich. Taktfalle Telefon Es ist eine Unsitte, das Telefon oder die eMail unser Leben dominieren zu lassen. Es ist respektlos, diese elektronischen Medien wichtiger zu nehmen, als den lebenden Menschen, der vor mir sitzt. Wertschätzend wäre es, dem Telefon in einem solchen Moment keine Beachtung zu schenken. Die eigene Achtsamkeit ganz auf die Person zu richten, die mir gegenüber sitzt - und mit der ich ja immerhin gerade im Gespräch bin. In Zeiten moderner Technik ist es schließlich ein Leichtes, hinterher die Nummer des Anrufers zu ermitteln und diesen zurückzurufen. Wohl niemand empfindet es als wertschätzend, wenn er…

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Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Deutsche Arbeitgeber sollten jetzt handeln, um ihre besten Mitarbeiter an sich zu binden. Denn jeder 7. deutsche Arbeitnehmer hat nach einer neuen Studie "den Kaffee so richtig auf". Er fühlte sich in den letzten Jahren nur selten ausreichend wertgeschätzt und oftmals schlecht behandelt. Menschen als Kostenfaktor, statt als fühlende Wesen - das rächt sich bald für ignorante Unternehmen. Jetzt erholt sich die Wirtschaft spürbar und bietet die Chance, bei einem Wechsel attraktive Bedingungen auszuhandeln: Freizeit, Flexibilität, Entwicklungsschritte, Fortbildungen. Bei alledem geht es den Wechselwilligen vor allem um Vertrauen zu und von ihren Chefs. Sie wünschen sich Perspektiven für die zukünftige eigene Entwicklung und angemessene Befugnisse und Einfluss auf Ihr Tun. Ein "Mehr" an Geld steht in Bezug auf einen neuen Job ganz hinten auf der Wunschliste. Mitarbeiter sind dann loyal, wenn sie in einer wertschätzenden Unternehmenskultur arbeiten. Dass zufriedene Mitarbeiter auch die Ausstrahlung Ihres Unternehmens steigern, versteht sich wohl von selbst. Ich habe Ihnen zu diesem wichtigen Thema einen Video-PodCast erstellt...schauen Sie doch einfach mal rein! http://youtu.be/KOnqGvX6xww

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Schwitzen im Dienst

38 Grad im Schatten, es ist ein echter Sommertag. Doch es ist auch Freitag - und damit ist Deutschland "im Dienst". An Tagen wie heute kann ich in Büro oder Werkstatt, auf der Baustelle oder im Schwimmbad riechen, wie ernst es meine Mitmenschen mit der Hygiene nehmen. Denn allerorten umwabert uns an solchen Tagen...Schweißgeruch. Doch andere Menschen vor eigenen Körperdüften zu verschonen, ist eine Frage von Respekt. Niemand muss in der heutigen Zeit den "Duft der harten Arbeit" um sich herum verbreiten... Dabei ist Schweiß an sich komplett geruchlos. Er ist quasi "Wasser", welches der Körper zur eigenen Kühlung freisetzt. Wir haben eben an bestimmten Körperstellen eine deutliche Mehrzahl an Schweißdrüsen: Achseln, Stirn, Hände, Intimbereich, Fußsohlen. Schweiß wird erst in Verbindung mit Bakterien ruchbar.  Und die sitzen sehr gerne in feucht-warmem Klima - und das herrscht gerne da, wo viele Haare wachsen und wenig Sauerstoff rankommt. Rasierte Achseln bringen mehr als optische Vorteile Daher müffeln rasierte Achseln weit weniger, als solche mit dichtem Haarwuchs. Denn in den Haaren und dem sauerstoffarmen Klima unter den Armen vermehren sich die Bakterien eben auch gerne und reichlich. Den Intimbereich umgibt beim einen oder anderen ebenfalls ein Geruch, der fremde Nasen zum Rümpfen bringt. Dabei möchte wohl niemand anderen als Geruchsbelästigung erscheinen. Schweißgeruch - bei Jugendlichen oft eher "männlich" Ich habe vier Jahre BerufsOrientierung für 13 - 18-jährigen Jugendliche gemacht - in jeder Gruppe…

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Der perfekte Gast

Jeder von uns geht hin und wieder mal ins Restaurant oder eine Bar. Dort genießen wir es, uns von anderen Menschen verwöhnen zu lassen. Und in der Tat: Wenn das Servicepersonal dem Gast zugewandt ist und die Küche ihren Job versteht, ist ein solcher Ausflug eine wahre Wohltat. In einer solchen Situation haben alle Spaß: Der Gast, weil er verwöhnt wird und man ihm die Wünsche von den Augen abliest. Der Service, weil er vom Gast eine positive Rückmeldung - und vielleicht sogar ein angemessenes Trinkgeld - bekommt und die Küche, weil das Lob der Gäste vom Service zurück in die Küche getragen wird.   Gastronomiemitarbeiter sind extrem diszipliniert Zuallererst ist es wichtig, dass Menschen, die in der Gastronomie arbeiten, "Dienstleister" sind. In der Tat lassen Lohnhöhe und Arbeitszeiten oftmals fast auf Leibeigenschaft schließen - doch es sind "echte" Menschen, die unseren Respekt verdienen. Unter anderem dafür, dass sie ihre Stimmungslage nur ganz selten den Gast spüren lassen. Sie haben einen wahrhaft harten Job. Wer selbst mal in der Gastronomie - und sei es nur als Aushilfe - gearbeitet hat, der weiß um die Anstrengungen des Servicealltags: Den ganzen Tag stehen und viele Laufwege bewältigen - teils auf fettverkrustetem Küchenboden, teils auf Kies oder über Treppen. Essen gibt es dann, wenn gerade kein Gast da ist, nicht wenn man Hunger hat. Zigaretten- und Pinkelpause in ruhigeren Zeiten. Servicekräfte müssen in Stresszeiten die schlechte Laune der Küche, des Chefs und der Gäste aushalten. Es…

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Respekt kann auch zur Farce werden…

Im Frühjahr heißt es in vielen Unternehmen wieder: Gespräche zwischen Chef und Mitarbeitern stehen an, in denen es um die Leistungsbeurteilung und die anzuvisierenden Ziele geht. Und weil diese Gespräche ja sensible Themen beinhalten, werden die Chefs in Trainings darauf vorbereitet, die Gespräche angemessen zu führen. Klar, ein unsicherer Chef kann da viel falsch machen und da macht eine gute Vorbereitung Sinn. Doch manchmal führt das Ergebnis eben auch am Ziel vorbei. Zielstandsgespräche können respektvoll verlaufen Vor einigen Tagen erzählte mir meine Freundin Susanne, dass sie mit ihrem Chef einen Termin für ein Zielstandgespräch gehabt hätte. Ein ironisches Schmunzeln in ihrem Unterton forderte mich auch, nachzufragen, wie es denn wohl gelaufen sei… Zunächst sollte der geneigte Leser wissen, dass Susanne schon einige Jahre in diesem Unternehmen der Dienstleistungsbranche arbeitet. Es ist ein großes Unternehmen und ihr Chef hat rund 20 Mitarbeiter zu führen. Er hat also schon das eine oder andere Beurteilungsgespräch hinter sich und natürlich auch mit schöner Regelmäßigkeit Führungskräftetrainings besucht. Susanne ist in ihrem Job schon seit geraumer Zeit unglücklich, weil eine Mitarbeiterin sich trefflich auf Mobbing versteht. Auch wenn es sich bislang nie direkt gegen Susanne gerichtet hat, so spürt meine Freundin jedoch, dass “die Chemie nicht stimmt” in ihrem Team. Das geht so weit, dass Susanne sogar schon über eine Kündigung nachgedacht hat. Bislang hat nur die Tatsache, dass sie alleine lebt und zu viel Zukunftsangst hat, sie…

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